Sternschnuppen: Meteorstrom der Lyriden erreicht heute sein Maximum

Pine trees silhouette Milky Way falling stars
Verstärkte Sternschnuppen-Aktivität in der Nacht auf Donnerstag. Neumond begünstigt die Sichtungen.

Der Meteorstrom der Lyriden erreicht am heutigen Mittwoch sein Maximum. In der Nacht auf Donnerstag kann man sich daher über verstärkte Sternschnuppen-Aktivität freuen. Begünstigt wird die Beobachtung durch einen dunklen Himmel, denn am 23. April ist Neumond - kein Mondlicht stört also die Beobachtung.

Meteorschauer: Die Lyriden ziehen heute über uns

Die Lyriden wurden nach dem Sternbild der Leier (lateinisch Lyra) benannt, aus dem sie zu kommen scheinen. Das ist allerdings nur ein perspektivischer Effekt, ähnlich wie bei einer Autofahrt durch Schneegestöber. Auf ihrer Reise um die Sonne kreuzt die Erde immer zu dieser Zeit Reste des im Jahr 1861 entdeckten Kometen Thatcher.

Die Leier ist zwar nur ein kleines Sternbild, aber ihr auffälliger Hauptstern Wega ist der hellste Stern am nördlichen Himmel. Vier lichtschwächere Sterne bilden ein Parallelogramm, dazu kommt rechts oben die strahlende Wega. Im Jahreslauf gilt die Leier den Astronomen zufolge als Sommersternbild, daher kann man sie im April erst in den späten Abendstunden und dann bis zum Morgen sehen. Beobachter sollten daher erst spät am Abend oder nach Mitternacht ihren Blick nach Osten richten.

Die maximale "stündliche Zenitalrate" (ZHR) für die Lyriden beträgt 18 - das bedeutet, dass theoretisch rund 18 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen wären. Dazu müsste aber der Punkt am Nachthimmel, von dem aus der Meteorschauer seinen Anfang zu nehmen scheint (der sogenannte "Radiant"), genau im Zenit stehen.

Das ist allerdings so gut wie niemals der Fall und beeinflusst die Beobachtung, heißt es auf der Homepage der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA). Je näher der Radiant dem Horizont kommt, desto weniger Sternschnuppen sind zu sehen. Zudem gibt es weitere Faktoren wie Streulicht, die die Sichtbarkeit beeinflussen.

Wer übrigens keine Chance hat sich die Sternschnuppen anzusehen, für den hat das Naturhistorische Museum eine besondere Möglichkeit. In einem 24-Stunden-Livestream können Sterneliebhaber die Sternschuppen beobachten.

Wie fotografiere ich die Sternschnuppen

Damit man Sternschnuppen fotografieren kann, braucht man zunächst einen Ort, der wenig Lichtverschmutzung aufweist. Die Bundeshauptstadt ist also kein guter Platz, um den Sternenhimmel zu beobachten.

Für Interessierte, die in oder rund um Wien wohnen, gibt es beispielsweise die Möglichkeit die Leiser Berge aufzusuchen. Das Gebiet in Niederösterreich (Bezirk Korneuburg) weist besonders wenig Lichtverschmutzung auf.

Wenn man sich dann den perfekten Ort gesucht hat, geht es um die Ausrüstung. Mindestanforderung ist eine Kamera, bei der man die Belichtungszeit manuell einstellen kann, idealerweise ein weitwinkeliges Objektiv und ganz wichtig: ein Stativ.

Sternschnuppen: Meteorstrom der Lyriden erreicht heute sein Maximum

Mit den gleichen Einstellungen kann man übrigens auch die Milchstraße fotografieren. Dieses Bild entstand bei der Alten Windmühle im niederösterreichischen Retz.

Danach geht es um die Einstellung der Kamera. So sollte die Blende so offen wie möglich sein, damit so viel Licht wie möglich auf den Sensor der Kamera kommt. Wichtig ist auch die Belichtungszeit. Dies sollte sich irgendwo zwischen 3 und 10 Sekunden bewegen. Länger sollte sie nicht sein, weil sonst die Sterne im Hintergrund nicht mehr als Punkte, sondern kleine Striche dargestellt werden. Das liegt an der Bewegung der Erde in Relation zu den Sternen.

Und zum Schluss geht es vor allem um eines: Geduld. Nehmen Sie sich Zeit und beobachten Sie den Sternenhimmel. Machen sie immer wieder Fotos, denn man weiß ja nie genau, wann die nächste Sternschnuppe kommt. Idealerweise nutzen Sie ein Intervallometer, der die Kamera in einem vorgegebenen Intervall immer wieder Fotos schießen lässt.

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