(Symbolbild)

© APA/HERBERT NEUBAUER

Aufruhr
06/23/2016

Steiermark: Kindergärtnerin klebte Kindern den Mund zu

Die Kindergruppe hatte für eine Feier geprobt und drei Buben "störten" die Frau mit ihrem Gelächter.

Eine Kindergartenpädagogin in der Steiermark soll drei ihrer Schützlinge die Münder mit Klebeband zugeklebt haben, weil sie durch lautes Lachen gestört hatten. Die Staatsanwaltschaft Graz bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Kleinen Zeitung. Die Frau war Ende Mai deswegen vor Gericht, nachdem sie Selbstanzeige erstattet hatte. Das Verfahren führte zu einer Diversion.

Durch Gelächter "gestört"

Bereits im April war es zu dem Vorfall in einem Kindergarten nördlich von Graz gekommen. Die Kindergruppe hatte für eine Feier geprobt und drei Buben störten mit ihrem Gelächter. Deswegen soll die Pädagogin ihnen minutenlang den Mund zugeklebt haben.

Ihr sei aber bewusst geworden, dass das nicht in Ordnung ist und entfernte die Klebebänder wieder, sagte Hansjörg Bacher von der Staatsanwaltschaft. "Die Beschuldigte wusste sich nicht anders zu helfen, sah jedoch rasch ein, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung war, und nahm den Buben das Klebeband wieder ab", so Bacher dazu.

Frau schrieb Entschuldigungs-SMS

Sie informierte selbst die Kindergartenleitung, erstattete Anzeige und schrieb den Eltern ein SMS mit einer Entschuldigung. Am 30. Mai stand sie wegen Nötigung vor Gericht.

Atemnot habe nicht bestanden, auch seien die Buben nicht verletzt worden. Weil die Betreuerin zudem geständig war und ihr der Vorfall vor Gericht leidtat, endete das Verfahren am 30. Mai mit einer Diversion und einem Bußgeld von 1200 Euro.

"Die Kinder sind von dem Vorfall traumatisiert"

Viel zu glimpflich, wie ein naher Angehöriger eines der betroffenen Buben (5) dem Bericht zufolge meint. "Die Kinder sind von dem Vorfall traumatisiert", sagt er. "Sie brauchten psychologische Behandlung. Für mich ist unverständlich, warum die Kindergärtnerin nicht sofort fristlos entlassen wurde."

In einem Schreiben an den Bürgermeister forderten die betroffenen Elternpaare, dass die Betreuerin nicht mehr in den Kindergarten zurückkommt. Genau dies werde derzeit geprüft, wie der Bürgermeister der Gemeinde bestätigte. Die Frau sei seit dem Vorfall außer Dienst gestellt.

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