© Screenshot

Chronik Österreich
03/23/2020

#staythefuckhome: Clubbings, Konzerte und Yoga für zu Hause

Die Bevölkerung ist aufgefordert, daheim zu bleiben. Die KURIER-Bucket-List für den Hausarrest.

von Julia Schrenk, Stefanie Rachbauer

#staythefuckhome - also auf Deutsch: "Bleibt verdammt noch einmal zu Hause" - ist das Motto für die Corona-Krise. Alle Österreicherinnen und Österreicher sind aufgefordert, das Haus nicht zu verlassen. Partys, Ausflüge, Treffen mit Freunden und Familie oder Museumsbesuche sind deshalb abgesagt. 

Für viele - und vor allem für jene, die allein leben - das kann das schnell zur Herausforderung werden.

Für die Älteren, weil sie zur Risikogruppen zählen und das Haus nicht verlassen sollen. Sie brauchen deshalb jemanden, der hilft: der Einkäufe erledigt oder den Hund Gassi führt. 

Für alle anderen wird die Zeit zu Hause wohl aus anderen Gründen eine Herausforderung: Wegen der Langeweile und der Abschottung vom sozialen Leben. 

Der KURIER hat die Bucket-List (die regelmäßig aktualisiert wird) für den Hausarrest:

1. Wohnzimmer-Konzerte

FM4 hat nicht nur seinen Claim von “You’re at home baby” auf “Stay at home, baby” geändert, man will auch abseits der Radiosendungen Musik in die österreichischen Wohnzimmer bringen. Deshalb werden nun täglich kleine Konzerte in die Wohnzimmer gestreamt.

Infos: fm4.orf.at oder auf facebook.com/radiofm4

2. Der Nino aus dem Hausarrest

Ein solches Konzert spielte am Freitag auch der Nino aus Wien. Es war live auf Youtube zu sehen und kann nach wie vor dort abgerufen werden. Und: Am Freitag um 20 Uhr liefern Grant und PauT Nachschub. 

Info: https://www.youtube.com/user/ProblembaerRecords

3. Ein Festival im Live-Stream

Ähnlich funktioniert das Konzept von Homestage-Festivals. Von 27. bis 29. März soll ein Festival stattfinden, und zwar online. Geplant ist, die Auftritte der Künstler nach Hause zu übertragen.

Künstler und Bands sollen auch etwas davon haben: via Crowdfunding wird um Spenden geben. Das Line-Up ist noch in Ausarbeitung.

Info: facebook.com/homestagefestivals

4. Gemeinsam einsam feiern 

Weil Partys, Clubbings, Veranstaltungen und Konzerte bis auf Weiteres abgesagt sind, haben sich einige DJs zusammengeschlossen und legen nun via Live-Stream und über Facebook auf.

"Wir versuchen, diese zache Zeit für alle etwas sonniger zu machen", sagen die Organisatoren. Spenden will man übrigens nicht entgegen nehmen. "Uns geht es nur darum, den Menschen, denen jetzt Musik fehlt, eine Plattform zu bieten."

Info: www.facebook.com/gemeinsamtanzenistbesser 

5. Virtuell auf ein Bier gehen

Wer gemeinsame Abende mit Freunden im Pub vermisst, kann das diese nun über eine virtuelle Plattform wieder aufleben lassen. Dazu macht man sich einfach ein Treffen aus, bucht einen Tisch und schaltet sich per Videokonferenz zueinander.

Voraussetzung: Google Chrome und ausreichend Bier zu Hause.

Hinweis: Von der Übermittlung sensibler Daten wird abgeraten. 

Info: aufabier.at

6. Einmal Yoga und zurück 

Die Yogalehrer Romana und Sascha Delberg von der Yogawerkstatt im 2. Bezirk übertragen täglich eine einstündige Ashtanga-Yogaeinheit aus ihrem Studio auf Youtube. Manchmal auch mit Meditation. Und immer kostenlos.

"Wir wollen mithelfen, ein Gefühl von Gemeinschaft zu vermitteln und die Moral aufrecht zu erhalten", sagt Romana Delberg zum KURIER.

Außerdem in Arbeit: 15-20 minütige Tutorials zu speziellen Yogaformen wie für Schwangere oder Nidra, die bei Bedarf abgerufen werden können. Wer die Yogawerkstatt unterstützen möchte, kann online Gutscheine kaufen.

Info: Täglich um 17 Uhr unter www.yogawerkstatt.at oder www.facebook.com/YogawerkstattWien

Wer zu seiner Mitte zurückfinden will, kann auch bei den Online-Yoga-Klassen von Philipp Dürnberger mitmachen. Der Wiener Yogalehrer überträgt regelmäßig Stunden auf Instagram

Info: www.instagram.com/philipp.yoga, freie Spende 

7. Filmabend in der (Whatsapp-)Gruppe

Sind Sie schon genervt davon, alleine Filme zu schauen? Das ESN Buddynetwork der TU Wien hatte das beste Rezept dagegen: Wer am Donnerstagabend den Monty-Python-Klassiker "Die Ritter der Kokosnuß" einschaltete, konnte einer zugehörigen Whatsapp-Gruppe beitreten. Dort wurden Spiele gepostet und man konnte sich über den Film austauschen. 

Info: www.facebook.com/events/578363543024638/

8. Kino auf der Couch

Wenn das Kino zu hat, kann man österreichische Filme, Arthouse- und Independent-Streifen auf der Plattform Kino VOD Club Austria anschauen - zum Beispiel ab 27. März "Die Dohnal".

Positiver Nebeneffekt: Wer die Filme dort, und nicht bei Netflix oder anderen Streaming-Riesen ausleiht (sofern sie dort überhaupt verfügbar sind), unterstützt die teilnehmenden Kinos und die Filmemacherinnen. 

Info: www.gartenbaukino.vodclub.online

9. Nicht aufs Lachen vergessen

Das Globe hat einen Video-on-demand Kanal eingerichtet, auf dem kostenlos drei Produktionen von und mit Michael Niavarani gratis abrufbar sind: Romeo & Julia, Richard III. und Zu blöd um alt zu sein. 

Info: www.player.globe.wien 

10. Lesen, lesen, lesen

Lokale Buchhändler brauchen prinzipiell immer, aber besonders in Zeiten des Coronavirus Unterstützung. Bücher-Nachhschub kann man etwa bei der Seeseiten-Buchhandlung in Aspern ordern. Denn sie wird von ihren Lieferanten weiterhin mit Büchern versorgt.

Bestellt werden kann über den Webshop (hier gibt es auch E-Books), per E-Mail und zwischen 10 und 12 Uhr telefonisch. Zu den Kunden kommt der Lesestoff per Post (Lieferdauer ca. 2 Tage, ab 50 Euro gratis Zustellung) - und im 22. Bezirk möglicherweise bald auch per Fahrrad (Auslieferung bei lagernder Ware am selben Tag).

Ob Letzteres rechtlich möglich ist, muss Inhaberin Bettina Wagner aber noch klären. Geben die Behörden ihr Okay, werden die Bücher samt Rechnung vor der Wohnungstüre abgelegt - bezahlt wird dann über E-Banking. 

Info: www.seeseiten.buchkatalog.at, 01 / 253 15 20

Das Land Niederösterreich stellt die 15.00 Bücher, Zeitschriften und Filme aus seiner Online-Bibliothek bis auf weiteres kostenlos zur Verfügung. Die Aktion gilt für Niederösterreicher. 

Info: www.noe-book.onleihe.com, Anmeldung mit Vor- und Nachname, Geburtsdatum und Heimatgemeinde unter noe-book@treffpunkt-bibliothek.at 

Um bei den Büchereien der Stadt Wien online Bücher, Zeitschriften und Filme ausleihen zu können, braucht man einen Bibliotheksausweis. Der ist aktuell auch per Mail erhältlich. 

Info: www.onleihe.com/wien, Anmeldung mit Vor- und Nachname, Adresse und eingescanntem Ausweis unter  digitaleangebote@buechereien.wien.at (die Bearbeitung kann wegen des aktuell knappen Personals allerdings etwas dauern). Gratis für Schüler und Studenten, Jahreskarte für Erwachsene: 31 Euro. 

11. Online durchs Museum gehen

Waren Sie schon einmal im berühmten New Yorker Guggenheim Museum? Wenn nicht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Sie, das zu ändern. Einige der international berühmten Museen bieten nämlich online Museumsrundgänge an.

Darunter das Guggeneheim Museum in New York, das British Museum in London, das Musée d’Orsay in Paris, das Van Gogh Museum in Amsterdam.

Info: Jeweils auf den Websites der Museen.