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Coronavirus
07/26/2020

St. Wolfgang: Zahl der Infizierten steigt auf 53 - mehrere Gäste betroffen

Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober stellt der Cluster „eine besondere Herausforderung" dar. Zudem wurden seit Wochen wieder Neuinfektionen in allen Bundesländern festgestellt.

von Christian Willim

Nachdem sich am Wolfgangsee ein Corona-Cluster aufgetan hat, wurden am Samstag 628 Tourismus-Mitarbeiter, Einheimische und Gäste getestet. Die Tests wurden mittlerweile alle ausgewertet, tat Thomas Brandstetter, Pressesprecher von Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer via Twitter kund: 53 Infizierte wurden ausgemacht.

Am Sonntag wurden in St. Wolfgang weitere 419 Tests durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Abstriche sollen am Montag vorliegen.

Drei Gäste betroffen

Laut einem Bericht der "ZiB 1" sind insgesamt drei Gäste positiv getestet worden. Da schwer nachvollziehbar sei, inwieweit sich bereits abgereiste Gäste infiziert haben könnten, werden nun bis zum Stichtag 15. Juli rückwirkend alle Gäste kontaktiert und bezüglich der weiteren Vorgehensweise informiert.

Feiernde Praktikanten

Bisher konzentrierte sich der Cluster auf St. Wolfgang (OÖ). Auf Salzburger Seite wurden ihm bis Sonntagmittag drei Personen zugerechnet. Das Coronavirus dürfte sich vor allem unter feiernden Tourismus-Praktikanten verbreitet haben. Über 30 der Betroffenen sollen dieser Gruppe zuzuordnen sein.

Auch am Sonntag gab es in St. Wolfgang wieder die Möglichkeit einer freiwilligen Testung. 419 Tests wurden durchgeführt. Am Gemeindeamt St. Wolfgang wurde ein Krisenstab eingerichtet. 

Der Infektions-Cluster, der sich im Salzkammergut um den Touristenort St. Wolfgang gebildet hat, stelle „eine besondere Herausforderung dar“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntag. Sein Ressort und die Landesbehörden würden sich bei der Vorgehensweise intensiv abstimmen. Die nächsten Wochen sieht er als eine „Phase der Weichenstellung“ in der Coronakrise.

„Es war klar, dass nach zehn Öffnungsschritten, den Grenzöffnungen und dem Start der Tourismussaison das Risiko steigen wird und verstärkt regionale Clusterbildungen eintreten werden“, so Anschober.

„Hier liegt es in dieser dritten Phase der Pandemie an den regionalen Gesundheitsbehörden, auf Basis der Vorgaben des Gesundheitsministeriums bei Testanzahl und Testdauer sowie beim Kontaktpersonenmanagement sehr konsequent und rasch diese Clusterbildungen einzugrenzen.“

Neuinfektionen in allen Bundesländern

Erstmals seit Wochen waren in Österreich in den vergangenen 24 Stunden alle Bundesländer von Neuinfektionen betroffen, hieß es in der Aussendung des Gesundheitsministeriums weiter. Wieder wurden mehr als hundert Infektionen an einem Tag detektiert.

Mit der schrittweisen Verschärfung der Einreisebestimmungen und der Ausdehnung der Maskenpflicht sei auf die Erhöhung des Risikos reagiert worden. Jetzt gehe es darum, „eine stabile Situation zu erhalten und jede sprunghafte Erhöhung der Zahlen zu vermeiden“. Auffällig sei international und auch in Österreich, „dass immer mehr junge Menschen betroffen sind und auch zunehmend Menschen in schwierigen sozialen Lebenssituationen“.