So stellte sich Birgit Hebein die Zukunft der Reinprechtsdorfer Straße vor.

© Grüne Wien

Chronik Österreich

Schandfleck Reinprechtsdorfer Straße soll Flaniermeile werden

Hebein will die Reinprechtsdorfer Straße ab 2021 umbauen. Auch hier gibt es massiven Zwist in Rot-Grün.

von Josef Gebhard

09/18/2020, 06:00 PM

Mit ihrer Länge von rund einem Kilometer teilt die Reinprechtsdorfer Straße den 5. Bezirk von Nord nach Süd in zwei Hälften. Mehr Durchzugsstraße als klassische Einkaufsstraße ist sie alles andere als ein Ort, an dem man sich gerne aufhält. Bereits 2014 starteten daher erste Initiativen zu ihrer Umgestaltung, inklusive Bürgerbeteiligung.

Jetzt nimmt die Verkehrsberuhigung der Reinprechtsdorfer Straße tatsächlich Gestalt an: Der Abschnitt zwischen Arbeitergasse und Leitgebgasse soll zur Begegnungszone werden, der Rest der Straße wird zur Tempo-30-Zone mit deutlich verbreiterten Gehsteigen.

Der Umbau des ersten Abschnitts zwischen Schönbrunner Straße und Arbeitergasse soll Ende 2021 starten und zwölf Monate später vollendet sein, kündigt Planungsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) bei der Präsentierung an.

U2-Ausbau

Die restliche Umgestaltung wird etwas länger dauern, ist sie doch an den U2-Ausbau gekoppelt. Dieser wird voraussichtlich im Jahr 2027 abgeschlossen sein.

Auf der Höhe der neuen Begegnungszone befindet sich der Siebenbrunnenplatz, der zu einem lebendigen Zentrum des Grätzels aufgewertet wird. Die Siebenbrunnengasse zwischen Reinprechtsdorfer Straße und Stöbergasse wird autofrei.

Zusätzlich erhält die Reinprechtsdorfer Straße 33 neue Baumscheiben und mit Trinkbrunnen und Wasserspielen das für verkehrsberuhigte Zonen typische Mobiliar.

Zwei Radwege

Schwierig gestaltete sich die Planung des Radverkehrs, wie Hebein durchblicken lässt. Statt eines Radweges direkt in der Reinprechtsdorfer Straße kommen zwei parallel verlaufende Strecken: „Die Spengergasse wird eine Fahrrad-Straße, in der Kohlgasse erfolgt ein Lückenschluss an den Wientalradweg.“

„Aktuell ist die Reinprechtsdorfer Straße eine Transitzone. Im Sinne der Idee der 15-Minuten-Stadt (alle für den Alltag nötigen Dinge sind in einer Viertelstunde zu Fuß erreichbar, Anm.), wollen wir aber, dass die Menschen in ihrer Umgebung bleiben können“, schildert Thomas Kerekes, grüner Spitzenkandidat in Margareten.

Als nächster Schritt steht das Realisierungsaudit an, bei dem auch die Kosten geklärt werden. „Das Projekt wird aber leistbar sein“, ist Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery überzeugt. Nach einem Zerwürfnis aus der SPÖ ausgetreten und nur mehr bis Dezember im Amt, ließ sie es sich nicht nehmen, das Projekt gemeinsam mit den beiden Grünen zu präsentieren.

SPÖ empört

Bei ihrer Ex-Partei löst das Vorgehen Empörung aus:

„Das Bürgerbeteiligungsverfahren ist seit zwei Jahren abgeschlossen. Seitdem hat keine Bezirksfraktion irgendwelche Infos über die Inhalte bekommen“, sagt SPÖ-Parteichef Stephan Auer-Stüger. „Auch bei der letzten Bezirksvertretungssitzung hat Schaefer-Wiery das Projekt mit keinem Wort erwähnt.“ Besonders sauer stößt ihm auf, dass sehr wohl Kerekes eingebunden wurde, der derzeit nicht einmal Bezirksrat sei. „Das ist ein Skandal.“

Es sei zudem nicht korrekt, so zu tun, als sei die Umgestaltung schon startklar. „Es gibt noch keinerlei Beschlüsse auf Bezirksebene.“

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