Landesgericht für Strafsachen

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Chronik Österreich
05/20/2020

Prozess mit Corona-Bezug: Zehn Monate Haft wegen Maskenverweigerung

Ein 29-jähriger Steirer randalierte und wollte keine Schutzmaske aufsetzen. Dafür bekam er zehn Monate.

von Kevin Kada

Am Straflandesgericht in Graz gab es den ersten Prozess mit Corona-Bezug. Ein 29-jähriger Steirer wurde am 20. April von einer Polizeistreife festgenommen, nachdem er betrunken randaliert haben soll, wie die Kronenzeitung berichtet. 

Beruhigen lassen wollte sich der Mann nicht, außerdem soll er zwei Messer bei sich getragen haben. Nachdem ihn die Beamten aufgefordert hatten, sich eine Mund-Nasen-Schutzmaske aufzusetzen, soll der 29-Jährige die Polizisten beschimpft haben. Außerdem soll er um sich geschlagen haben. "Warum haben Sie eigentlich zwei Messer bei sich", fragte die Staatsanwältin Eva Pachernigg. "Zum Jausnen. Und wenn ich angegriffen werde", entgegnete der 29-Jährige.

Um den Mann zu bändigen, musste sich eine Polizistin auf seinen Rücken setzen, während ihm Kollegen Hand- und Fußfesseln anlegten. Zudem wurde dem Mann dann eine Maske aufgesetzt. 

Urteil angenommen

„Sich besonders in Zeiten wie diesen gegen Polizisten zu wehren, die Sie lediglich auffordern, eine Maske aufzusetzen - das entbehrt jeder Grundlage", erklärte  Richter Andreas Rom sein Urteil. Zehn Monate muss der 29-jährige Steirer nun ins Gefängnis.

„Es tut mir leid“, wisperte der Angeklagte abschließend. „Ich werde es nie wieder tun.“ Die zehn Monate Freiheitsstrafe für den Widerstand nahm er sofort an.