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Chronik Österreich
03/29/2021

Polizist betrank sich im Dienst: 2.000 Euro Geldbuße

Dienstführender Beamter war gar kein Vorbild: Wein und Cola-Rum im Journaldienst.

von Michaela Reibenwein

Der Kollege dachte erst an einen Schlaganfall: Der Polizist saß an seinem Schreibtisch, lallte, lümmelte, hatte Schwierigkeiten, dem Gespräch zu folgen. Doch schnell stellte sich heraus: Der Polizist war sturzbetrunken. Ein Alkotest ergab 2,08 Promille Blutalkoholwert. Das brachte dem Beamten eine Verhandlung bei der Bundesdisziplinarbehörde ein.

Und dort erfuhr man auch, wie es so weit kam. Der Polizist hatte eigentlich einen 16-stündigen Journaldienst. Doch der Dienst gestaltete sich locker. In der Kollegenrunde trank man im Sozialraum Zweigelt, Cuvée und Rum-Cola zumindest bis 5 Uhr Früh. Ein Restl-Trinken, wie man später erklären würde.

„Red ma Tacheles“

An Einsicht ließ es der Beamte fehlen. Seinem Kollegen, der ursprünglich an einen Schlaganfall dachte, erklärte er: „Red ma Tacheles, gib ma an 109/2er (Belehrung, Ermahnung, Anm.), mi hoit der X ab. Wiast scho schaun, wos d’ davon host.“ Wenig später meldete er sich krank.

Besonders bitter: Der dienstführende Beamte unterrichtet auch. Er hätte an diesem Tag ebenfalls noch unterrichten sollen, ein schriftlicher Test war geplant. Der musste abgesagt werden.

Die Disziplinarbehörde kam zu dem Schluss, dass der Mann eine besondere Vorbildfunktion hat, und wertete den Zwischenfall als schwere Dienstpflicht-Verletzung. Allerdings hielt man ihm auch zugute, dass sein Verhalten „seinem psychischen Zustand, resultierend aus massiven unverschuldeten finanziellen Verlusten und privaten Umständen, geschuldet“ sein. Dennoch sei ein „rechtmäßiges Alternativ-Verhalten zumutbar gewesen“.

Der Polizist wurde zu einer Geldbuße von 2.000 Euro verdonnert – aus generalpräventiven Gründen.

 

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