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Chronik Österreich
01/07/2022

Plan für zweite S-Bahn-Stammstrecke ruht derzeit in der Schublade

Niederösterreich will weiter auf Planungen drängen, Wien hingegen bremst beim Tunnelprojekt.

von Martin Gebhart

Am Beginn gab es den Plan, die U-Bahn-Linien über die Wiener Stadtgrenze hinaus zu verlängern, um den Öffi-Verkehr für die Pendler aus dem Umland attraktiver zu machen. Dieses Thema ist mittlerweile abgehakt. Seither wird auf den Ausbau der S-Bahn gesetzt. Projekte dazu hat die ÖBB auch schon einige vorgelegt, etwa zusätzliche Linien von Mödling nach Wien.

Niederösterreichs Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) drängt allerdings darauf, dass jetzt schon auch mit den Planungen einer zusätzlichen S-Bahn-Stammstrecke durch Wien begonnen werden soll, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Es gibt sogar schon grobe Vorstellungen einer Linienführung, bei denen es für diese Stammstrecke zu einer Untertunnelung von Wien kommen würde.

Vorbild dafür sind die S-Bahn-Pläne in München, wo an so einer zusätzlichen Stammstrecke bereits eifrig gearbeitet wird, um die Pendlerströme bewältigen zu können. Auch da wird die S-Bahn unter der Stadt geführt werden. Eine Delegation aus Niederösterreich mit Vertretern des Verkehrsverbunds Ost-Region, dem neben NÖ noch Wien und das Burgenland angehören, war deswegen 2019 in die Hauptstadt Bayerns gereist, um sich vor Ort anzusehen, wie dieses gigantische Projekt umgesetzt wird.

Auch die ÖBB stehen auf der Bremse

Die Euphorie, mit der man nach St. Pölten zurückgekehrte, war dann aber rasch verflogen. In Wien stimmte man den Überlegungen zwar grundsätzlich zu, Priorität wurde dem Ganzen aber nicht eingeräumt. Wichtiger erachtete man dort, dass das bestehende S-Bahn-Netz modernisiert wird, damit etwa auf der derzeitigen Stammstrecke zwischen Meidling und Floridsdorf künftig mehr Züge verkehren können. Was auch für die ÖBB ein Grund ist, um beim Projekt einer zweiten S-Bahn-Stammstrecke auf der Bremse zu stehen.

Niederösterreich will das Projekt dennoch nicht von der Tagesordnung streichen. Ludwig Schleritzko sieht darin auch keine Konkurrenz zu den aktuellen S-Bahn-Ausbauplänen der ÖBB. Er verweist aber immer wieder darauf, dass wegen der langen Vorlaufzeit und des schwierigen Bauprojekts die Weichen rasch gestellt werden müssten.

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