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Chronik Österreich
05/25/2020

Pädophilie: Entführt und missbraucht

Deutscher Kinderarzt verging sich an Dutzenden Buben. Auch in Österreich gab es ähnliche Fälle.

von Michaela Reibenwein

Wenn er frustriert war, setzte sich der Kinderarzt in sein Auto und suchte sich neue Opfer. 2012 passierte das zum Beispiel in München. Da versprach er einem vierjährigen Buben auf einem Spielplatz Spielzeug, lockte ihn so in eine Tiefgarage und missbrauchte ihn.

Erst Jahre später wurde Harry S. überführt. Da hatte er im niedersächsischem Garbsen den sechsjährigen Jayden entführt und missbraucht. Er hatte das Kind in sein Auto gelockt, mit einem Medikament betäubt, es in seine Wohnung gebracht und missbraucht. Später setzte er das benommene Kind wieder aus.

Wie sich später herausstellte, hatte der deutsche Staatsangehörige rund 15 Jahre lang reihenweise Burschen missbraucht, das jüngste Opfer war erst vier Jahre alt. Der Mann verging sich auch an den Söhnen von zwei Freundinnen und missbrauchte sie bei Reisen.

Zudem wandte er sich an eine Reihe von Grundschulen und warb für kostenlose Ausflüge für benachteiligte Kinder. So konnte er mit mehreren Buben Ausflüge unternehmen uns sich an den Kindern vergehen. Insgesamt missbrauchte er mehr als 20 Buben. Seine Taten filmte er mit. Zu Beginn dieses Jahres wurde der pädophile Kinderarzt schließlich rechtskräftig zu zwölf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Der Fall Wurst

Aber auch in Österreich gab es einen ähnlichen Fall: Im Jahr 2002 wurde der renommierte Kärntner Kinderarzt Franz Wurst im Landesgericht Klagenfurt zu 17 Jahren Haft verurteilt. Er hatte nicht nur den Mord an seiner Frau in Auftrag gegeben, sondern zumindest 80 Kinder sexuell missbraucht.

Jahrzehntelang waren die Übergriffe nicht ans Tageslicht gekommen – niemand hatte sich getraut, den „Herrn Professor“ anzupatzen. Wurst starb 2008 mit 86 Jahren in einem Pflegeheim.

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