© Bundesgärten

Schönbrunn
05/28/2021

Orangerie Schönbrunn: Jetzt ziehen die Zitrusbäume aus

Gärtner in historischen Gewändern zeigen am Samstag, wie ihre Vorfahren einst arbeiteten. Jeder darf zuschauen.

von Ute Brühl

100 Jahre ist es jetzt her, dass die Parkanlagen, die zum Schloss Schönbrunn gehören, für jedermann zugänglich sind – zumindest in Zeiten, in denen keine Pandemie wütet. Jahrzehnte zuvor waren die prachtvollen Gärten nur den oberen 10.000 vorbehalten. K.-u.-k.-Soldaten bewachten damals das Areal und passten auf, dass nur jene Eintritt erhielten, die eine ausdrückliche Erlaubnis hatten.

Mit dem Ende der Monarchie endeten die adeligen Privilegien – das gemeine Volk durfte von jetzt an in den Anlagen lustwandeln. Diese Öffnung der Parks wird am heutigen Samstag doppelt gefeiert: Mit einer Briefmarke, die um 10 Uhr am Sonderpostamt vor dem Palmenhaus der Öffentlichkeit präsentiert wird, und mit dem „öffentlichen Ausräumen der Kübelpflanzen aus der Orangerie“.

Spektakel

Das wird heuer – so wie jedes Jahr– ein besonderes Spektakel: Die Ausfahrt der Pflanzen wird so über die Bühne gehen, wie einst in der Monarchie: Die Gärtner schlüpfen in die historischen Gewänder und nutzen dieselben Geräte und Werkzeuge wie einst – inklusive Pferdegespann. Die Zitrusbäume werden dann mithilfe eines Nachbaus des echten Schönbrunner Verpflanzbockes umgetopft. Ein Experte verrät den Besuchern die speziellen Tricks für die Zitruskultur.

Die Orangerie in Schönbrunn wurde bereits 1755 erbaut und gehört mit ihren stattlichen 189 Metern zu den größten in Europa – neben den Glashäusern in Versailles und Potsdam. „Sie ist ein Riesenwerk, das nicht ihresgleichen hat“, lobte sie schon 1805 ein gewisser Joseph Oehler in seiner Abhandlung über Schönbrunn und seine Gärten.

Überwintern

Noch heute wird der größte Teil in Schönbrunn zum Überwintern der Pflanzen verwendet, die traditionell aus dem Mittelmeerraum kommen – etwa die Zitrusbäume, die es im Winter zwar kühl, aber nicht frostig brauchen. Die Orangerien sind übrigens Vorläufer der heutigen Glashäuser. In Europa gab es einst weitaus mehr davon, viele wurden abgerissen oder umgewidmet, wie zum Beispiel das Gartenhotel Altmannsdorf. Ein Teil der Schönbrunner Orangerie ist heute ein Festsaal.

Tipp: Ein besonderes Ereignis ist am heutigen Samstag, 11 bis 16 Uhr, der Auszug der Pflanzen aus der Orangerie der Bundesgärten Schönbrunn (Zugang über Meidlinger Tor oder Haupttor).Eintritt: 4,50 Euro, Kinder (6–18) 3,10 Euro.

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