Chronik | Österreich
23.03.2018

Olympiapläne: "Warten auf klare Ansage des Landeshauptmannes"

Das ÖOC fordert ein Bekenntnis der Landespolitik zur steirischen Bewerbung. Ohne gibt es keinen Brief an das IOC.

Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) hat sich für „Austria 2026“ ausgesprochen. Doch Präsident Karl Stoss fordert auch von der steirischen Landesregierung ein klares Bekenntnis zur Graz-Schladming-Bewerbung, ehe er die Absichtserklärung an das Internationale Olympische Komitee ( IOC) abschickt.

KURIER: Das ÖOC hat beschlossen, Graz und Schladming zu unterstützen. Wie geht es weiter?

Karl Stoss: Wir sind grundsätzlich einmal sehr glücklich, dass es in Österreich eine Region gibt, die sich für Olympische Spiele interessiert. Wir müssen die Absichtserklärung bis 31. März abgeben, das ist nicht mehr sehr lange. Dort wird stehen, dass sich das Bundesland Steiermark und konkret Graz und Schladming interessieren. Gleichzeitig schlagen wir eine Machbarkeitsstudie und eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vor.

Sie fordern Unterstützung des Landes .

Für das ÖOC ist wichtig: Da muss schon auch die Landesregierung dahinter stehen, am Ende des Tages auch die Bundesregierung. Es wäre großartig, wenn der Herr Landeshauptmann sagt: Wir finden das toll und unterstützen die Absichtserklärung. Wir wollen ja nicht gegen eine Landesregierung auftreten. Wir wollen auch, dass das Land Steiermark dahinter steht. Man vergibt sich ja jetzt nichts, aber man muss von einem Politiker ein klares Bekenntnis erwarten, ich stehe dazu.

Bis wann brauchen Sie diese Stellungnahme?

Wir brauchen vor dem 31. März eine klare Ansage des Herrn Landeshauptmann, dass das Land Steiermark eine Olympia-Bewerbung unterstützen könnte. Das muss nicht einmal ein Brief sein. Wenn er mich anruft, reicht’s auch.

Und falls der Anruf nicht kommt?

Dann werden wir keinen Brief ans IOC schicken, so einfach ist das. Ich würde es zwar nicht verstehen, aber ich muss ja nicht alles verstehen. Man vergibt sich ja jetzt nichts. Man kann ja auch wieder aussteigen, wenn die Studie ergibt, das können wir uns nicht leisten. Wir haben bis jetzt nur eine Zusage der Bürgermeister Nagl und Winter. Aber wir wollen es auch von der Landesregierung und dann von der Bundesregierung. Das ist ganz einfach, das ist kein Hokus Pokus. Damit vergrault man ja auch niemanden.

Wie hoch schätzen Sie grundsätzlich die Chancen für Austria 2026 ein?

Persönlich halte ich sie für sehr hoch. Der Wunsch beim IOC und bei den Fachverbänden ist unglaublich groß, die Spiele zurück in die Wintersportregionen zu bringen. Wir hatten ja jetzt mehrfach Spiele in Asien, da wird es sicher keinen Zuschlag mehr geben, da gewinnt jetzt Europa an Bedeutung.

Mit Schweden und der Schweiz ist die Konkurrenz für Österreich sehr groß.

Stockholm und Sion wären mögliche Kandidaten. Aber die Erinnerung ist da, dass Österreich ein großartiger Gastgeber ist. Da weiß man, auf wen man sich verlassen kann. Außerdem sind genügend Sportstätten vorhanden, hier werden keine weißen Elefanten gebaut. Die Chancen wären unendlich groß für einen Zuschlag. Man muss es nur wollen.

Graz und Schladming werben damit, die Kosten einhalten zu wollen. Laut Studie der Uni Oxford waren aber alle Winterspiele teurer als geplant.

Da vermischt man Äpfel mit Birnen. Es werden natürlich gewisse Infrastrukturmaßnahmen gesetzt, zum Beispiel ein Olympisches Dorf. Da kann man ja keinen Leuten sagen, zieht’s kurz aus eurer Wohnung aus, da kommen jetzt Sportler rein. Aber das wäre eine Chance für Graz und die Steiermark, mit einem Public-private-Partnership-Modell im sozialen Wohnbau etwas zu machen.