Nur ein "Ja, aber" für Graz und Schladming vom Olympia-Komitee

© Bild: Bildagentur Mühlanger / Bildagentur Mühlanger / Roland

ÖOC knüpft Bedingungen an die Bewerbung: Es fordert klares Bekenntnis der Landesregierung zur Bewerbung

ÖOC entscheidet. Graz will, Schladming auch, aber umsetzen muss das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC): Nur dieses Gremium ist berechtigt, das Interesse an Winterspielen beim Internationalen Olympischen Komitee (IO) zu deponieren.

Am Mittwoch tagte deshalb der Vorstand des ÖOC. Doch was für zwei Stunden angesetzt war, dauerte fünf. Mit gutem Grund: Das ÖOC scheint nicht bedingungslos Feuer und Flamme für das Engagement der beiden Städte zu sein. Das Gremium entschied sich daher Mittwochabend nur für eine ehe vage Formulierung: Die Bewerbung für die Spiele 2026 werde „grundsätzlich“ unterstützt. Bedeutend ist die Bedingung, die ÖOC-Präsident Karl Stoss daran knüpft: „Um mit dem IOC in eine erste Vorbereitungsphase treten zu können, wird ein klares Bekenntnis der steirischen Landesregierung zur Machbarkeitsstudie beziehungsweise zur definitiven Bewerbung erforderlich sein.“

Kein Alleingang

Übersetzt heißt das: Ein Alleingang der Städte Graz und Schladming ist zu wenig für das ÖOC. Das Komitee fordert vorab Unterstützung auch von Landesseite.

Das bringt nun aber die Landesregierung unter Zugzwang. Bisher stand die Landespolitik der Initiative skeptisch gegenüber. SPÖ-Finanzlandesrat Anton Lang richtete den Bürgermeistern Siegfried Nagl, Graz, und Jürgen Winter, Schladming, aus, dass es im Landesbudget keinen Spielraum für eine Mitfinanzierung gäbe. Ein Fenster ließ sich Lang offen: Sobald die Machbarkeitsstudie vorliege, werde das Projekt erneut bewertet.

Die wird aber nicht vor Juni fertig sein. Die Bewerbungsfrist für die Winterspiele 2026 beim IOC endet aber am 31. März. Dann muss die Absichtserklärung, der „Letter of Intent“ eingelangt sein. Somit muss sich das Land jetzt neu deklarieren.

Mittlerweile hat „Austria 2026“ ohnedies harte europäische Konkurrenz bekommen. Schweden wird eine Absichtserklärung an das IOC senden. Auch aus Turin kommen Signale, ebenfalls ins Rennen miteinzusteigen. Für die italienische Stadt wäre es das zweite Mal, bereits 2006 fanden Winterspiele in Turin statt. Lange bekannt war schon das Interesse von Sion in der Schweiz, dort findet allerdings im Juni eine Volksbefragung statt.

Somit dürfte es vier europäische Bewerber geben, die sich um die Winterspiele 2026 anstellen. Das schmälert die Chancen für Graz und Schladming.

( kurier.at ) Erstellt am 21.03.2018