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Chronik Österreich
04/27/2021

Österreichische Drohne soll Schlepper in Nordmazedonien stoppen

Innenminister Nehammer kündigt bei Westbalkan-Reise Aufstockung des rot-weiß-roten Kontinents in Nordmazedonien und Unterstützung aus der Luft an.

von Anja Kröll

Es sind Güterwaggons, die das Bild des Bahnhofs Gevgelija in Nordmazedonien bestimmen. Die griechische Grenze ist hier nur wenige Kilometer entfernt. Auf den grünen Hinweisschildern auf der Autobahn sind Ortsbezeichnungen wie Athen zu lesen.

Und doch ist an diesem Dienstag auf dem Bahnsteig am Westbalkan etwas anders. Auf der gepflasterten Plattform stehen mehrere Männer in Anzügen. Zwei davon: Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und der Assistenzdirektor für Grenzangelegenheiten für Nordmazedonien, Marinko Kocoviski. Seit Dienstag weilt Nehammer auf einer dreitägigen Reise auf dem Westbalkan. Die Themenschwerpunkte: Illegale Migration, ein Rückführungsplan und Grenzschutz.

Warten auf die Weiterreise

Rund 100 illegale Flüchtlinge passieren laut Schätzungen täglich zwischen Griechenland und Nordmazedonien die Grenze. 300 bis 500 werden wöchentlich aufgegriffen. Auf dem gesamten Balkan und in Griechenland sollen rund 100.000 illegale Migranten auf ihre Weiterreise warten. Ihr Ziel: Über die Balkanroute nach Deutschland, Belgien, Frankreich und auch Österreich zu gelangen.

„Die Flüchtlinge legen entweder Bretter unter die Güterwaggons oder verstecken sich in oder auf den Containern. Was aufgrund des Starkstroms enorm gefährlich ist“, erklärt ein österreichischer Polizist, der in Nordmazedonien im bilateralen Einsatz steht. Insgesamt 15 rot-weiß-rote Beamte versehen hier Dienst und unterstützen ihre Kollegen vor Ort bei Patrouillen, Kontrollen an Fahrzeugen oder der Überwachung mit einer Wärmebildkamera.

Bald soll dieses Kontingent aufgestockt werden. „Die Polizisten leisten einen großen Beitrag zum Grenzschutz und im Kampf gegen illegale Migration in Nordmazedonien und schützen damit auch unsere eigene Grenze. Mit zehn zusätzlichen Polizistinnen und Polizisten und einer Drohne wollen wir vor allem unseren Einsatz zur Schleppereibekämpfung massiv verstärken“, sagt Innenminister Karl Nehammer.

Das Drohnenprojekt habe sich bereits an der Österreichischen Grenze bewährt. Der Pilotversuch in Österreich ist abgeschlossen. Mit den Erkenntnissen werden neue Drohnen beschafft. Bis zum Sommer sollen so 23 Drohnen im Einsatz für das Innenministerium stehen, bis zum Jahr 2023 insgesamt 90.

Die Unterstützung aus der Luft mit dem Namen „M300“ soll in rund vier Monaten in Nordmazedonien ankommen. „Gerade bei den Einsätzen am Bahnhof, wo wir jetzt noch mit Spiegeln die Güterwaggons auf illegale Migranten absuchen und dabei auch oft dem Starkstrom gefährlich nahekommen, ist dies eine große Hilfe“, sagt ein Polizist vor Ort.

Zusätzlich werden mehre Kontingentsmitglieder eine Ausbildung für die Drohne erhalten. Diese wird auch mit einer Wärmebildkamera ausgestattet sein. „Dadurch können auch Schlepper verfolgt werden“, sagt Michael Takacs, Kabinettschef-Stellvertreter im Innenministerium.

Und genau diese Schlepper sind es, die auf dem Westbalkan momentan wieder verstärkt in Aktion treten. Denn je stärker die Grenzen kontrolliert werden, desto stärker weichen Migranten auf andere Wege aus. Die grüsxdxccwne Grenze, unter Planen von LKWS, oder die Güterzüge auf dem Bahnhof in Nordmazedonien. „Greifen wir Migranten auf, gibt es meist keine Probleme, aber treffen wir auf Schlepper, begegnet uns hohes Aggressionspotenzial bis hin zum Schusswaffeneinsatz“, berichtet ein Kontingentspolizist aus Salzburg.

„Für uns ist es entscheidend, dass wir uns mit den Partnern auf dem Westbalkan vernetzen. Sie wollen Teil der europäischen Union sein und müssen verstehen, dass es sich bei den illegalen Migranten nicht um reine Transitmigration handelt, sondern dass wir gemeinsam eine Lösung finden müssen“, sagt Berndt Körner, Leiter der Plattform gegen illegale Migration im Innenministerium. Wie auf dem Bahnsteig in Nordmazedonien.

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