Neue Armut: Wenn das Geld plötzlich nicht mehr reicht

Neue Armut: Wenn das Geld plötzlich nicht mehr reicht
Das tägliche Leben wird immer teurer, auch mehr Menschen aus der Mittelschicht brauchen Hilfe. Von der Politik gehört fühlen sie sich oft nicht. Der KURIER sprach mit drei Betroffenen.

Es war eine Energiekostennachzahlung von 329 Euro, wegen der eine Mutter weinend bei der Caritas anrief. Sie konnte das Geld nicht aufbringen. Eine andere Frau musste eine Holztruhe zerkleinern, um heizen zu können. Und ein Senior brach in der Beratungsstelle zusammen, da er sich seine Medikamente nicht mehr leisten konnte.

Das sind nur ein paar der Beispiele, die Doris Anzengruber, Leiterin der Sozialberatungsstelle der Caritas Wien, erzählen kann. Was man schon länger ahnt, zeigt sich an ihrem Arbeitsplatz jeden Tag: Aufgrund der Teuerung sind die Kosten für das tägliche Leben mittlerweile so hoch, dass viele Menschen sie nicht mehr stemmen können.

Das bestätigt auch Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie und Mitbegründer der Armutskonferenz: „Anfang 2023 wurde es deutlich merkbar, da nun Energie- und Wohnkosten schlagend werden.“

Wartelisten lang wie noch nie

Und es trifft immer breitere Schichten der Bevölkerung: Trotz neuer Mitarbeiter seien die Wartelisten bei der Sozialberatung so lang wie noch nie. „Es spitzt sich immer mehr zu“, beschreibt Anzengruber.

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