Siegfried Kampl bleibt weiter Bürgermeister von Gurk.

© APA/ROLAND SCHLAGER

Nach der Wahl
03/05/2015

Kampl in Kärntner FPÖ willkommen

Landesparteichef Ragger würde sich „freuen, wenn Kampl wieder der FPÖ angehört“.

von Jürgen Klatzer

Weil er sich Im vergangen Jahr geweigert hatte, sich vom Nationalsozialismus zu distanzieren wurde der der Gurker Bürgermeister Siegfried Kampl von der Bundes- und Landes-FPÖ ausgeschlossen. An Vertrauen in der Gurker Bevölkerung hat er dennoch nichts eingebüßt. Bei den Kärntner Gemeinderatswahlen 2015 wurde der 78-Jährige eindeutig wiedergewählt (hier die Detailergebnisse). Und auch für die Landespartei scheint er wieder salonfähig zu sein.

Vorgeschichte

„Nur von dem, was sie gemacht haben, distanziere ich mich, nicht vom Nationalsozialismus", erklärte der Gurker Langzeit-Bürgermeister in einem Interview mit der Kleinen Zeitung. FPÖ-Chef Heinz Christian Strache zeigte sich über die Aussagen des Kärntner Politikers empört und schloss ihn umgehend aus der Partei aus: "Jemand, der mit dem Nationalsozialismus liebäugelt, hat in der FPÖ nichts verloren" (der KURIER berichtete).

Dass Kampl gegen den Parteiausschluss berufen hat, könnte ihm den Wiedereintritt nun erleichtern. Laut FPÖ-Landesparteichef Christian Ragger habe sich am Mittwoch ein Parteischiedsgericht konstituiert, dass sich mit Aussschluss Kampls beschäftigen wird. Meldungen, wonach sich der wiedergewählte Bürgermeister freuen würde, wieder der Partei anzugehören, bezeichnete Ragger am Mittwoch noch als "Überinterpretation".

Kampl wird angelobt

Wie die Kleine Zeitung berichtet, würde sich der Landesparteichef jedoch „freuen, wenn Kampl wieder der FPÖ angehört“. Zunächst werde sich aber das Schiedsgericht beide Seiten (jene von Kampl und der FPÖ) anhören und anschließend über den Parteiausschluss entscheiden. Das daraus resultierende Ergebnis werde Ragger natürlich akzeptieren. Zudem merkt er an, dass es danach keine weitere Instanz gibt: „Die Bundes-FPÖ könnte nichts gegen die Aufhebung des Ausschlusses unternehmen", weil die formale Wiedervereinigung der Landes- und Bundes-FPÖ erst nach der Wiener Wahl (Herbst) erfolgen.

Während sich also 74 Kandidaten und Kandidatinnen um die 37 noch nicht feststehenden Bürgermeisterämter rittern, steht für Kampl ein Eintritt in die Landespartei im Raum. Zudem wird der 78-Jährige am 13. März von Bezirkshauptfrau Claudia Egger erneut zum Bürgermeister der Marktgemeinde Gurk angelobt.

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