Annemarie Moser-Pröll beim Legenden-Rennen in Vail im Jahr 2015.

© APA/EXPA/ Johann Groder

Chronik Österreich
02/05/2019

Moser-Pröll kontert Schwarzer: "Mit Mittermaier verwechselt"

Die deutsche Feministin hatte Österreichs Rekordsiegerin der Lüge bezichtigt. Diese wehrt sich.

Österreichs Ski-Legende Annemarie Moser-Pröll hat am Dienstag per Mail auf einen offenen Brief von Alice Schwarzer vom Vortag Stellung genommen. Die 76-jährige Feministin hatte die Salzburgerin der Lüge bezichtigt. Sie habe Anfang der 1970er-Jahre der damaligen Rennläuferin keine Briefe geschickt, wie von dieser jüngst behauptet. "Ich jedenfalls weiß, dass Sie lügen", hatte Schwarzer geschrieben.

Moser-Pröll hatte in einem Interview in der vergangenen Woche in der "Tiroler Tageszeitung" erklärt, während ihrer aktiven Karriere von Schwarzer Briefe erhalten zu haben. "Sie suchte Prominente, damit sie in Sachen Gleichberechtigung unterstützt wird", hatte die 62-fache Siegerin von Weltcuprennen erklärt. Das bekräftigte die Olympiasiegerin 1980 nun: "Wie bereits - auch schon früher - erwähnt, ich kann mich daran erinnern, dass ich von Frau Schwarzer damals Briefe erhalten habe."

Moser-Pröll fragte beim SWR nach

Schwarzer habe ihrer Aussage nach damals, 1971, aber gerade erst gelernt, dass man Feminismus mit "F" schreibt. Moser-Pröll dazu: "Das bezweifle ich nach Durchsicht ihrer Biografie (Wikipedia, etc. und auf ihrer HP)." Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Ich verurteile jegliche Art von Missbrauch auf das Schärfste, aber ich lasse mir nicht unterstellen, dass ich Missbrauch mitbekommen und geduldet habe!"

Es ging auch um die Präsenz in einer TV-Show. Moser-Pröll. "Da ich mir bzgl. meiner Anwesenheit bei einer Fuchsbergershow nicht hundertprozentig sicher war, habe ich beim SWR nachgefragt. Es gab nie eine Show, in der Frau Schwarzer und ich gemeinsam aufgetreten sind. Ich war überhaupt nie bei Herrn Fuchsberger. Vielmehr war Frau Schwarzer mit der deutschen Olympiasiegerin Rosi Mittermaier bei Fuchsberger gemeinsam zu Gast. Da hat sie mich wohl mit Rosi verwechselt!"

Die Vorgeschichte

Im November 2017 ging die Tiroler Ex-Skiläuferin Nicola Werdenigg mit einem Vergewaltigungs- und mehreren Missbrauchswürfen gegen ÖSV-Funktionäre an die Öffentlichkeit. Die Verbrechen seien in den 1970er-Jahren passiert. In der Folge berichtete eine weitere Ex-Skiläuferin, die anonym bleiben wollte, dem Standard von wiederholtem Missbrauch im ÖSV. "Wir waren ja Freiwild", sagte die anonyme Ex-Athletin. 

Werdenigg betonte damals auch, das Thema betreffe nicht nur die ferne Vergangenheit. Ein Missbrauchsfall soll nur rund zwölf Jahre zurückliegen, also im Jahr 2005 geschehen sein.

Der ÖSV setzte daraufhin unter anderem einen Expertenbeirat unter Führung der ehemaligen steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic ein.

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