Der Salzburger Ortsteil Hintermuhr war von der Außenwelt abgeschnitten und ist nun wieder erreichbar.

© APA/FRANZ NEUMAYR

Chronik Österreich
02/05/2019

Minus 18 Grad in Osttirol - weiterhin große Lawinengefahr

Kältepol im Defereggental, tiefe Temperaturen auch in Salzburg. Weiterhin erhebliche Lawinengefahr.

Frostige Temperaturen herrschten Dienstagfrüh im Osttiroler Defereggental: Die Messstation in St. Jakob zeigte -18,2 Grad Celsius an. In Radstadt (Salzburg) fiel das Thermometer auf -16,2 Grad, auch Mariapfarr war mit -15,0 Grad ein Kältepol am Morgen.

Nach den heftigen Schneefällen am vergangenen Wochenende bleibt die Lawinengefahr in Teilen Österreichs groß. Betroffen sind vor allem der Westen Kärntens, Osttirol sowie an Südtirol angrenzende Gebiete Nordtirols. In Salzburg, Vorarlberg und dem Rest Nordtirols wurde die Lawinengefahr am Montag mit "3" ("erheblich") eingestuft.

Schuldzuweisungen nach Chaos am Brenner

In Tirol ist unterdessen eine Debatte über die Verantwortung für das Schneechaos vom Wochenende entbrannt, während sich mit zunehmend schönem Wetter die Verkehrssituation wieder komplett beruhigte. So war der Brenner wieder frei befahrbar. Das Schneechaos hatte viele gestrandete und unter anderm in Innsbruck in Notunterkünften untergebrachte Reisende zur Folge. Der italienische Frächterverband Anita machte die Tiroler Lkw-Fahrverbote dafür verantwortlich. "Das Chaos ist nicht den auf Schnee unvorbereiteten Lkw-Fahrern, sondern einfach Österreichs Lkw-Blockadepolitik zuzuschreiben."

Die Lawinengefahr wurde vor allem in Lagen oberhalb von 1.600 Metern in weiten Teilen Ost- und Südtirols mit groß, also "Stufe 4" der fünfteiligen Skala, bewertet. Einzelne spontane Lawinen seien immer noch möglich, teilte der Lawinenwarndienst mit. Für Wintersport abseits gesicherter Pisten sind die Verhältnisse gefährlich, hieß es. Nach dem Ende der intensiven Schneefälle nehme die spontane Lawinenaktivität deutlich ab. "Einzelne große spontane Lawinen sind aber immer noch möglich, besonders an sehr steilen Südhängen oberhalb von rund 2.300 Metern, dies vor allem am Nachmittag", warnten die Experten.

Angespannte Lage in Kärnten

Auch im Westen Kärntens blieb die Lawinensituation zumindest Montagnachmittag weiter angespannt. Der Lawinenwarndienst des Landes stufte die Gefahr von den Karnischen Alpen bis zu den Hohen Tauern als groß ein. In Richtung Osten sank die Gefahrenstufe schrittweise. Das Wetter bessert sich, für die folgenden Tage ist sonniges Wetter prognostiziert.

Salzburger Ortschaft war von Außenwelt abgeschnitten

Unterdessen war der im Salzburger Lungau einen Tag lang von der Außenwelt abgeschlossene Ortsteil Hintermuhr ab dem späten Vormittag wieder erreichbar. "Die Gefahr ist so weit zurückgegangen, dass die Straße wieder freigegeben werden kann", sagte Bürgermeister Sepp Kandler (SPÖ). Derzeit sei mit größeren Lawinen nicht zu rechnen, man werde die Situation aber in den nächsten Tagen noch genau beobachten. In der Ortschaft der Gemeinde Muhr waren seit Sonntagfrüh 25 Häuser nicht mehr erreichbar gewesen. Nach Schneefällen in der Nacht waren mehrere Lawinen abgegangen, unter anderem wurde ein Teil der einzigen Straße nach Hintermuhr verschüttet. Verbreitet herrschte in Salzburg erhebliche Lawinengefahr (Warnstufe 3).

SALZBURG: ABGESCHNITTENER ORTSTEIL BEI MUHR WIRD WIEDER FREIGEGEBEN
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