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Polizei von Innen
03/28/2019

Postenkarussell im Innenministerium: Kardeis wechselt in die USA

Der Umzug der bisherigen Generaldirektorin für die Öffentliche Sicherheit ist noch für dieses Jahr geplant. Es wird nicht die letzte Änderung im Ressort sein.

von Elisabeth Hofer, Dominik Schreiber

Es hatte sich bereits seit Monaten abgezeichnet, nun ist es endgültig fix: Michaela Kardeis, Generaldirektorin für die Öffentliche Sicherheit, geht in die USA und übernimmt den neu geschaffenen Posten einer Verbindungsbeamtin. Gestern konnte sie sich im Hearing gegen die 13 anderen Kandidaten durchsetzen. Die Expertenkommission im Innenministerium entschied sich einstimmig für Kardeis, wie dem KURIER bestätigt wurde. Bereits am 1. April wird sie mit der Ausbildung für die neue Aufgabe beginnen, ihr Umzug nach Washington ist noch für dieses Jahr geplant, der Eintritt in den neuen Job soll im Herbst erfolgen.

BVT-Ausschuss mitentscheidend

Recherchen des KURIER und der Salzburger Nachrichten ergaben bereits im Juni des Vorjahrens, dass die oberste Polizistin und USA-Freundin kurz vor dem Absprung in die USA steht. Die Prüfung des Postens dauerte aber ungewöhnlich lange, fast eineinhalb Jahre. Insider meinten, dass die Entscheidung aufgeschoben wurde um das Ergebnis des BVT-Ausschusses abzuwarten - und dann erst das Postenkarussell in Gang zu setzen.

Denn es machten auch Gerüchte um eine größere Rochade die Runde, die auch Generalsekretär Peter Goldgruber beinhaltet hätten. Doch dieser kam - abgesehen von kleinen Schrammen - fast unbeschadet durch die Befragungen. Er sitzt derzeit fest im Sattel, heißt es aus Insiderkreisen. Der Innenminister steht voll hinter ihm.

Als Kardeis-Nachfolger hat derzeit Helgar Thomic-Sutterlüti die besten Karten. Der ehemalige Kabinettschef von Vizekanzler Heinz-Christian Strache ist seit Herbst im Haus und auf dem Papier nur Gruppenleiter, wird aber seit Monaten selbst von Sektionschefs – die hierarchisch zwei Stufen über ihm stehen – hofiert. Außerdem war er zuletzt gemeinsam mit Goldgruber und Innenminister Herbert Kickl auf einem FPÖ-Treffen zu sehen.

Außenseiterchancen hat auch der Ateilungsleiter für Katastrophenmanagement, Robert Stocker. Ihm werden, wie berichtet, ebenfalls Ambitionen nachgesagt.

Noch unklar ist, wie es mit BVT-Chef Peter Gridling weitergeht. Er kann theoretisch in den nächsten Wochen in Pension gehen, dementierte zuletzt aber jegliche Amtsmüdigkeit. Als sein potenzieller Nachfolger stünde sein Stellvertreter Dominik Fasching bereit.

Weitere Posten frei

Das Postenkarussell dreht sich aber auch in Niederösterreich, ein Nachfolger für Konrad Kogler als Landespolizeidirektor muss nun gesucht werden. Ob es sein Stellvertreter Franz Popp wird steht noch in den Sternen, im Kickl Umfeld soll dieser aber keine guten Karten haben.

Gesucht werden muss auch eine neue Staatssekretärin im Innenministerium, wenn Karoline Edtstadler wie geplant ins EU-Parlament wechselt. Man hört, dass es jedenfalls wieder eine Frau werden soll die ÖVP habe derzeit vier Kandidatinnen zur Auswahl, heißt es.

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