© Matthias Nagl

Chronik Österreich
12/11/2020

Massentests: Lange Schlangen in Salzburg, 28 Prozent Anmeldung in NÖ

Am Vormittag gab es in Kärnten 0,72 Prozent, in der Stadt Salzburg nur 0,2 Prozent positiv Getestete. Schlangen lösten sich zu Mittag auf.

von Matthias Nagl

In der Stadt Salzburg haben am Freitag in der Früh die Massentests begonnen. Bereits am Vormittag haben sich zumindest vor der zentralsten der drei Teststationen, im Kongresshaus, lange Schlangen gebildet. Anders als in anderen Bundesländern gibt es in Salzburg keine Voranmeldung.

Am Freitag wird nur in der Stadt getestet. Am Samstag sind dann alle Gemeinden dran, am Sonntag alle Gemeinden außer der Stadt. Am Montag können sich noch alle Bewohner in den Seniorenheimen und Behinderteneinrichtungen des Landes testen lassen.

Zusätzliche Testspuren

Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner ließ sich bereits ganz in der Früh testen. „Ich habe das ja schon öfter gemacht. Es tut überhaupt nicht weh“, sagte Preuner nach seinem Test. An den drei Standorten Kongresshaus, Messezentrum und Flughafen stehen 70 Teststraßen mit je drei Spuren bereit.

Preuner zeigte sich in einer ersten Reaktion erfreut über das Interesse in der Bevölkerung. Die Wartezeiten seien nicht allzu groß. „Es geht zügig und rasch.“ Die Stadt reagierte auf den Andrang aber rasch, neun Testspuren wurden am Vormittag von der Messe ins Kongresshaus verlegt. Zu Mittag lösten sich die Schlangen auf. Bis 14.30 Uhr waren bereits 16.344 Personen getestet worden. 28 Antigentests fielen dabei positiv aus, das entspricht einer Quote von rund 0,2 Prozent.

Das Kongresshaus ist nicht nur der zentralste, sondern auch der Standort mit den wenigsten Teststraßen. Insgesamt stehen in der gesamten Stadt rund 110.000 Testkits für 157.000 Einwohner bereit. Jeder positive Antigen-Test wird in Salzburg mit einem PCR-Test überprüft, die behördliche Quarantäne aber umgehend veranlasst.

Unterdessen wird nicht nur in den Bundesländern, sondern auch in einzelnen Berufsgruppen getestet. So zum Beispiel bei den Mitarbeitern des Bundesministerium für Inneres. 70 Prozent der rund 34.000 im Dienst stehenden Mitarbeiter in Exekutive und Sicherheitsverwaltung haben sich seit Montag freiwillig an einer der 110 Teststraßen dem Antigentest unterzogen.

"Wir im Innenministerium wollen darüber nicht nur sprechen, sondern auch danach handeln. Aus diesem Grund wurden für die Polizistinnen und Polizisten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Innenressorts in perfekter Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz 110 Test-Straßen errichtet", sagte Innenminister Karl Nehammer.

"Und unter dem Motto 'Testen schafft Sicherheit' sind die Polizistinnen und Polizisten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Innenressorts mit gutem Beispiel vorangegangen und haben sich daher in den vergangenen Tagen über 70 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Innenressorts freiwillig auf SARS-CoV-2 testen lassen."

0,3 Prozent der BMI-Mitarbeiter wurden positiv getestet.

28 Prozent in NÖ angemeldet

In Niederösterreich haben sich bis Freitagmittag mehr als 425.000 Personen für die am (morgigen) Samstag startenden zweitägigen Corona-Massentests angemeldet. Bei 1.530.000 Berechtigten entspricht dies einer Quote von rund 28 Prozent. Weniger als 24 Stunden vor dem Start an den 1.276 Teststraßen gab es Teilnahmeaufrufe seitens der Landespolitik sowie von Medizinern.

"Die Tests sind ein wichtiger Baustein, um aus der Pandemie herauszukommen. Viele Menschen haben keine Symptome und wissen daher nicht, wenn sie andere Leute anstecken", hoben LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) und Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) in einer Aussendung hervor. Das könne die Pandemie verlängern und im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden. "Mit den Flächentests wollen wir Infektionsketten erkennen und brechen."

573 Gemeinden von 8 bis 18 Uhr

Untersucht wird in den 573 Kommunen grundsätzlich von 8.00 bis 18.00 Uhr. Sollte ein positives Resultat vorliegen, erfolgt eine Überprüfung mittels PCR-Test an einer der bestehenden Drive-in-Stationen. Diese warten von Samstag bis kommenden Mittwoch mit bis 19.00 Uhr verlängerten Öffnungszeiten auf. "Unterdessen bereiten wir auch alles für ein intensives Contact Tracing vor, denn wir setzen neben den Schnelltests auch auf das Nachverfolgen der Kontakte von positiv Getesteten", fügten Pernkopf und Königsberger-Ludwig hinzu.

Organisiert werden die Massentests in Niederösterreich von den Gemeinden. Zielgerichtete Unterstützung erfolgt dabei auch durch das Bundesheer. Im Einsatz stehen einer Aussendung vom Freitag zufolge in 17 Bezirken bzw. Statutarstädten rund 400 Soldaten sowie zivile Bedienstete, 40 davon sind Sanitäter.

0,72 Prozent positiv

Bei den Massentests in Kärnten sind Freitag bis 10.30 Uhr 0,72 Prozent der Tests positiv ausgefallen. Wie der Landespressedienst mitteilte, hatten sich bis Freitagfrüh rund 50.000 Personen für einen Test angemeldet, das entspricht knapp neun Prozent der Gesamtbevölkerung. Genau 14.008 Tests wurden bis 10.30 Uhr durchgeführt. Menschen ohne Voranmeldung wurden bei den Teststationen an Ort und Stelle registriert.

Wie es vom Landespressedienst hieß, war der Andrang bei den Teststationen in Villach und Spittal an der Drau größer als etwa in der großen Messstation in der Klagenfurter Messe. Ein Erkläransatz war, dass bei der Messe 39 Testlinien aufgebaut waren, so dass sich die Leute besser verteilen konnten.

Schleppende Anmeldungen in OÖ

Mit Freitagfrüh hat in Oberösterreich die viertägige Massentestung begonnen. Die Anmeldungen liefen bisher eher schleppend, knapp 15 Prozent der 1,21 Millionen infrage kommenden Personen hatten sich online einen Termin reserviert. Bei den Teststationen war die Auslastung zum Start unterschiedlich, so ein erster Eindruck aufgrund von Rückmeldungen an die APA.

Im Norden von Linz war bereits am Vormittag laut Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) eine "100-prozentige-Auslastung"und damit Vollbetrieb einzelner Teststationen erreicht. Dabei handelte es sich um kleinere Einrichtungen. Warteschlangen bildeten sich schon in der Früh vor einem Testlokal in Steyrermühl (Bezirk Gmunden). Ein ähnliches Bild bot sich in St. Florian bei Linz.

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