Sportliche Aktivitäten sind – das ist inzwischen durch zig Studien belegt – ein probates Mittel, um Stress und depressive Stimmungen abzubauen.

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Chronik Österreich
02/28/2021

Marathon-Veranstalter entwickeln Konzepte für sichere Events

Gestaffelte Starts, Tests oder ein virtueller Lauf: Wie ein Comeback trotz Corona gelingen könnte.

von Elisabeth Holzer

Natürlich kann man seine Laufsachen schnappen und loslegen. „Aber viele Läufer brauchen ein Ziel“, überlegt Michael Kummerer. „Eines, auf das man hintrainieren kann.“ Das kann ein Zehn-Kilometer-Lauf sein, ein Halbmarathon oder gar die Königsdisziplin, ein Marathon über die Volldistanz von 42,195 Kilometer.

Doch Corona stoppte das Ziel - die Teilnahme an einer der vielen unterschiedlichen Laufveranstaltungen - abrupt. Im Vorjahr wurden die Klassiker reihenweise abgesagt oder als virtuelle Läufe ohne gemeinsame Starts durchgeführt. Auch heuer gibt es bereits zahlreiche Verschiebungen vom Frühjahr in den Herbst, aufgrund der Pandemie ist die Planung zu unsicher (Details siehe unten).

Kummerers „Kärnten läuft“ war im August 2020 einer der wenigen Bewerbe, die tatsächlich an den Start gehen konnten.

Das riesige Wörthersee Stadion in Klagenfurt erwies sich in dem Fall als Glückstreffer: Es war groß genug, um die Teilnehmer in Hunderter-Blöcken gestaffelt einzulassen und Einzelstarts zu ermöglichen. Die Strecke in Klagenfurt war so gewählt, dass sich der Bewerb gelaufen wurden Distanzen bis zum Halbmarathon von sechs Uhr früh bis in den Nachmittag ziehen konnte. So wurden Massenansammlungen verhindert.

Plan A, B oder C?

Das Konzept aus 2020 hat Kummerer als Plan B für 2021 im Köcher. „Plan B ist fast zu 100 Prozent realistisch umsetzbar, das haben wir ja im Vorjahr auch geschafft“, versichert Kummerer. Doch er hofft stark auf Plan A: Das wäre die bekannte Route entlang des Wörtherseeufers von Velden nach Klagenfurt und ein Comeback der Laufveranstaltung aus der Zeit vor Corona. „Ich bin von Plan A überzeugt und positiv gestimmt, auch wenn es mit den ganzen Impfungen nicht so schnell geht, wie wir alle geglaubt haben.“

Plan C hält er in der Hinterhand, ein virtuelles Rennen via App. Auf diese Weise fanden im Vorjahr viele (Halb-)Marathons statt: Man lief allein, aber doch über Smartphone verbunden mit den anderen. Das war schon ganz nett, aber eben nur der halbe Spaß. Die Rennatmosphäre, die Hobbyläufer zuweilen schätzen, fehlt. „Dabei ist das für viele wichtig, sie gehen deshalb raus und bewegen sich, laufen und trainieren“, weiß Kummerer. „Wir wollen den Läufern diese Option wieder geben.“

Spätestens Ende Juni müsse er jedoch wissen, in welche Richtung es gehen soll – A, B oder C. Das Wörtherseestadion ist für alle Falle schon einmal reserviert.

Testen vor dem Laufen

Mit der Forderung nach der Rückkehr der Publikumsläufe steht der Kärntner, der auch für den Graz Marathon verantwortlich zeichnet, nicht alleine da. Wolfgang Konrad, Veranstalter des Vienna City Marathon, will ebenfalls loslegen. „Wir sind als professionelle Organisatoren bereit, unsere Events auf sichere Weise durchzuführen.“

Entsprechende Präventionskonzepte haben die Veranstalter längst vorbereitet: Eintrittstests für die Läufer vor dem Start, ein Stufenplan für Teilnehmeranzahl und räumliche wie zeitliche Entzerrung des Beginns, Maskenpflicht sogar vor dem Start im Freien. Das alles wurde bereits bei kleinen Events mit geringer Teilnehmeranzahl oder bei den Marathon-Staatsmeisterschaften umgesetzt. Problemlos, wie Konrad anmerkt. Die Läufer seien froh gewesen, überhaupt wieder an den Start gehen zu können.

Auch Michael Kummerer setzt auf Schnelltests. „Das wird die Voraussetzung sein, teilnehmen zu können. Um einen Test wird keiner herum kommen. Aber vor dem Friseur ist das ja jetzt auch kein Problem.“

Prominente Laufveranstaltungen und eine lange Liste an Verschiebungen

Der KURIER bietet jedenfalls noch einmal einen Überblick, wie es aus aktueller Sicht um größere Laufveranstaltungen im Land bestellt ist: Schon im Vorjahr wurde bekannt gegeben, dass der Vienna City Marathon nicht wie gewohnt im Frühjahr stattfinden wird, er wurde vom April-Termin auf 12. September verlegt. Das Gleiche gilt für den Linz Marathon, der sonst ebenfalls im April startet. Neuer Termin ist nun der 24. Oktober. Die Veranstalter des Salzburg Marathons hofften lange, mussten aber nun bekannt geben: Der Lauf  geplant am 16. Mai wird wie im Vorjahr gestrichen, nächste Chance 2022.

Die Veranstaltungsdichte im Herbst ist auf jetziger Sicht hoch. Der Wachau Marathon sowie der Graz Marathon finden ohnedies stets im Herbst statt (19. September bzw. 10. Oktober). Auch die Hindernisrennen der „beat the city“-Reihe wurden in den Herbst geschoben, der „Grazathlon“ etwa von Juni auf 11. September. Noch im Frühjahrs- bzw. Sommer-Laufkalender steht  der Ironman 70.3 in Graz, der nach der Absage 2020 heuer seine Premiere feiern soll, und zwar am 23. Mai. Auch das Spartan Race in St. Pölten ist noch mit 20. bis 22. August fixiert.

Der weltweite Rennkalender muss wegen der Pandemie aber laufend adaptiert werden. Die geplanten Termine der Marathons von London, Tokio, Paris, Madrid oder Rotterdam wurden abgesagt – alle Läufe  sollen im Oktober stattfinden.

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