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Chronik Österreich
06/30/2022

Kaiser: "Eine der schlimmsten Katastrophen"

Der Kärntner Landeshauptmann hat Verteidigungsministerin Tanner um einen weiteren Assistenzeinsatz des Bundesheeres gebeten.

Bei einer Pressekonferenz Donnerstagmittag, die immer wieder wegen des Lärms landender und startender Hubschrauber unterbrochen werden musste, sagte Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ): „Es ist eine der schlimmsten Katastrophen, die wir je in unserem Bundesland erlebt haben.“ 

Er habe Verteidigungsministerin Claudia Tanner (ÖVP) um einen weiteren Assistenzeinsatz des Bundesheers gebeten - „solange es gebraucht wird“.

Schulfrei im Katastrophengebiet

Am Freitag gibt es für die Kinder im Katastrophengebiet noch schulfrei, ab Montag wird der Betrieb an sechs Standorten wieder aufgenommen. Für Krisenbewältigung und Schulpsychologie sei gesorgt. Für (morgigen) Freitag kündigte Kaiser eine außerordentliche Regierungssitzung an.

650 Frauen und Männer im Einsatz

Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner (SPÖ) sagte, 650 Frauen und Männer seien am Donnerstag im Katastrophengebiet im Einsatz. Man dringe „Meter für Meter“ zu den Schadenslagen vor, nun laute das Motto „Viele Hände, schnelles Ende“.

Straßenbaureferent Martin Gruber (ÖVP) sagte, die Hauptzufahrt nach Arriach vom Gegendtal aus sei auf 2,5 Kilometern nicht mehr existent, da sei „nur mehr ein großes Loch“. Finanzreferentin Gaby Schaunig (SPÖ) kündigte Gelder für den Wiederaufbau an. Der „Topf für Hilfe in besonderen Lebenslagen“ stehe den Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, zur Verfügung. Außerdem werden Kreditsperren aufgehoben und man werde versuchen für Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, Ersatzwohnungen zu finden. Über das AMS könne man Arbeitsmarktprojekte organisieren, um „über einen längeren Zeitraum mit anzupacken“. Die Politiker dankten den Einsatzkräften und bekundeten den Betroffenen ihr Mitgefühl.

„Alle helfen, die helfen können“

Der Treffener Bürgermeister Klaus Glanznig (SPÖ) lobte das Miteinander und die Hilfsbereitschaft. „Alle helfen, die helfen können.“ Er kam noch einmal auf das Todesopfer zu sprechen, das das Unwetter am Mittwoch gefordert hatte. Ein 82-jähriger Mann aus Treffen war vor seinem Haus von einer Mure mitgerissen und getötet worden. Glanznig: Ich habe einen guten Freund und Nachbarn verloren.

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