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Statistik
08/28/2013

Internet-Kriminalität explodiert

Aber im Zehn-Jahres-Vergleich ist die Zahl der Strafanzeigen um 50.000 rückläufig

von Wilhelm Theuretsbacher

Die Internet-Kriminalität explodiert. Wäre das nicht der Fall, hätten Konrad Kogler, Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, und General Franz Lang vom Bundeskriminalamt gestern, Mittwoch, eine leicht sinkende Kriminalstatistik für das erste Halbjahr 2013 präsentieren können.

Denn im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren weist die Kriminalstatistik eine sinkende Tendenz auf. Aktuell liegen 265.533 Anzeigen vor – im Jahr 2004 waren es noch 314.501. Universitätsprofessor Christian Grafl vom Institut für Strafrecht und Kriminologie erklärt den langen Beobachtungszeitraum damit, dass kurzfristige Beobachtungen „nicht aussagekräftig“ seien.

Deliktsparten

Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist die Zahl der Anzeigen um 812 gestiegen. Diese leichte Zunahme ist aber auf die Internet-Kriminalität zurückzuführen. Denn hier haben sich die Anzeigen mit 6413 Fällen beinahe verdoppelt. In 4445 Fällen wurde mit Hilfe des Internets den Opfern Geld aus der Tasche gezogen. Ohne diese enormen Steigerungen hätte die diesjährige Kriminalstatistik eine sinkende Tendenz ausgewiesen. „Hier müssen wir enorm aufrüsten,“ erklärt Kripo-Chef Lang.

Gesunken ist aber die Zahl der Wohnungseinbrüche um 81 auf insgesamt 8167. Bis zum Jahr 2009 lag die Zahl der Wohnungseinbrüche noch bei durchschnittlich 11.000. General Lang führt den nun seit vier Jahren dauerhaften Rückgang auf ein Maßnahmenpaket zurück: SOKO-Ost, Schwerpunktaktionen auf Transitrouten, DNA-Spuren-Datenbanken, rascher Informationsaustausch mit den Nachbarländern und verstärkte Prävention. Rückläufig sind auch Pkw-Diebstähle, die um 128 auf insgesamt 1055 gesunken sind. Eine leichte Steigerung bei Kfz-Diebstählen gibt es nur, wenn man die gestohlenen Mopeds dazurechnet.

Mobile Banden

Ein Problem mit steigender Tendenz sind mobile Banden, die durch europäische Hauptstädte ziehen, und dort Massendelikte wie Taschendiebstähle, Pkw- und Kellereinbrüche, Ladendiebstähle und Buntmetalldiebstähle verüben. 1221 Täter konnten festgenommen werden. Durch raschere Kommunikation soll nun die Verfolgung der Banden forciert werden.

Die Zahl der Morde hat sich mit 24 beinahe halbiert. Auch die Zahl der vorsätzlichen Körperverletzungen ist rückläufig (gesamt 19.332, minus 1022). Leicht gesunken ist aber auch die Aufklärungsquote um 0,3 Prozent auf 42,3 Prozent.

Link: Kriminalstatistiken der Vorjahre

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