Fiona Grasser kam mit Anwalt Holzmann

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Promi-Prozess
01/13/2016

Klage: Fiona Grasser musste Spendenfluss erklären

Tierball-Veranstalter klagte seine Schirmherrin. Die hätte sich eher ein Dankeschön erwartet.

von Christian Willim

Blitzlichtgewitter und Medienrummel, wie es beides am Landesgericht Innsbruck sonst nur bei aufsehenerregenden Mordprozessen gibt: Kurz vor 15 Uhr erscheint Fiona Pacifico Griffini-Grasser am Mittwoch vor dem Verhandlungssaal. Neben ihrem Rechtsbeistand Hermann Holzmann wird das prominente Mitglied des Swarovski-Clans von ihrem Gatten und Ex-Finanzminister Karlheinz Grasser begleitet. "Das gehört zu den Ehemannspflichten", begründet der witzelnd sein Kommen. Außerdem warte bereits ein Flugzeug, mit dem es gemeinsam ins Ausland gehen soll. Fiona Grasser ist nicht nach Scherzen: "Ich verstehe nicht, warum ich hier bin. Eigentlich habe ich mir ein Dankeschön erwartet."

Schirmherrin

Es geht um ihr Engagement als Schirmherrin des ersten Wiener Tierballs 2012. Das hat Fiona Grasser eine Klage des veranstaltenden Vereins "Event & Plattform gegen Tierleid" eingebracht. Es sei unklar, wo 25.000 Euro von jenen 75.000 Euro sind, die Grasser eingesammelt haben soll, wie sie gegenüber Medien behauptet habe.

Darin erkennt Anwalt Holzmann eine unterschwellige Andeutung, dass seine Mandantin Geld habe verschwinden lassen, was den Rechtsanwalt gleich in Rage geraten lässt, ehe der Prozess noch richtig gestartet ist. "Wir unterstellen mit keinem Wort, dass die Beklagte Geld für sich selbst verwendet oder veruntreut hat", hält Anwalt Udo Hansmann fest.

Neben ihm platzt Ball-Organisatorin Brigitte Martzak immer wieder der Kragen. "Wir wollen unsere Reputation wieder", erklärt sie, worum es bei dem Prozess wohl eigentlich geht. Denn nach dem Ball sei der Eindruck entstanden, man habe "etwas Böses" gemacht. Der Hintergrund: Die von Grasser aufgetriebenen Gelder wurden von Spendern direkt – an Martzaks Verein vorbei – an Tierschutzorganisationen überwiesen.

"Jeder Cent ist an die Tiere gegangen", poltert Grasser. Dabei gehe es ja auch bei einer Charity. Der Richter hält in einem Schlichtungsversuch fest, dass belegt sei, dass 70.000 Euro direkt an Vereine gegangen seien und in einem Fall Geld vom Spender nicht geleistet wurde. Die Beweislast, dass es eventuell eine Vereinbarung gegeben habe, dass die Spenden zuerst an den Ballveranstalter zu gehen hätten, liege bei den Klägern. Der Vergleich scheitert, es wird vertagt. Doch zuvor stellt sich Fiona Grasser laut eine Frage, die wohl auch anderen durch den Kopf geht: "Ist das hier Kabarett?"

Der Prozess wird am 2. März fortgesetzt.

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