Weniger Kirchenaustritte 2012

THEMENBILD: KATHOLISCHE KIRCHE
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Nach einem Höhepunkt im Jahr 2010 flachte die Austrittswelle im vorigen Jahr leicht ab.

Die Austrittswelle bei den Katholiken flacht weiterhin ein wenig ab, bleibt aber auf hohem Niveau: 2012 verließen 52.425 Personen die Kirche, berichtete die Kathpress am Dienstag. Das bedeutet einen Rückgang um rund 11,2 Prozent gegenüber 2011 (59.023). Somit gibt es derzeit 5,36 Millionen Katholiken in Österreich, Ende 2011 waren es noch 5,4 Millionen. 4483 Personen wurden im vergangenen Jahr neu oder wieder aufgenommen.

Einen Höhepunkt erreichten die Austritte 2010, nachdem zahlreiche Missbrauchsfälle, die teils vor Jahrzehnten stattgefunden hatten, bekannt geworden waren. Damals kehrten 85.960 Personen der Kirche den Rücken, im Jahr darauf waren es 59.023. Mit den im vergangenen Jahr 52.425 Austritten liegt die Kirche allerdings noch immer leicht über dem Niveau von 2004, nachdem der Sex-Skandal im Priesterseminar St. Pölten publik geworden war.

Den relativ größten Rückgang bei den Kirchenaustritten hat mit 24 Prozent die Diözese Eisenstadt zu verzeichnen: 1.133 Mitglieder verließen dort 2012 die Institution. In der Erzdiözese Wien traten 16.217 Personen aus, was nur einen leichten Rückgang von 4 Prozent bedeutet. Mit 2 Prozent beruhigte sich die Lage in St. Pölten am wenigsten.

Schönborn: Österreich bleibt christlich geprägt

Kardinal Christoph Schönborn stimmen die vorläufigen Mitgliederzahlen der römisch-katholischen Kirche optimistisch: Auch wenn die Zahl der Kirchenmitglieder in Österreich langsam sinkt, bleibe Österreich weiterhin ein christlich geprägtes Land, meinte er am Dienstag via "Kathpress". Jeder einzelne Austritt sei schmerzlich, 5,36 Millionen Katholiken seien aber immer noch eine beachtliche Größe und auch bei weitem nicht die gesamte christliche Realität in Österreich.

PK "ERGEBNISSE DER BISCHOFSKONFERENZ": SCHÖNBORN Foto: APA/GEORG HOCHMUTH Kardinal Schönborn: 'Jeder Austritt schmerzt' Immer noch 78 Prozent aller Menschen in Österreich seien Mitglied einer christlichen Kirche, betonte Schönborn. Neben der römisch-katholischen vor allem auch der evangelischen, orthodoxen oder der altorientalischen Kirchen. Zudem seien 85 Prozent der in Österreich lebenden Menschen Getaufte, wenn auch "leider nicht wenige" im Laufe ihres Lebens aus der Kirche ausgetreten seien.

(apa / dk) Erstellt am
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