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Chronik | Österreich
03/22/2019

Kardinal Schönborn muss sich einer Krebsoperation unterziehen

Kardinal für OP zuversichtlich. Bischofskonferenz befasste sich mit Konflikt in Diözese Kärnten, Finanzen und Missbrauch.

Kardinal Christoph Schönborn muss sich im Mai einer Krebsoperation unterziehen. Das gab der Wiener Erzbischof am Freitag bekannt.

Trotz der anstehenden OP zeigte sich Schönborn zuversichtlich: Es handle sich um Prostatakrebs "und das ist heutzutage Gott sei Dank in den meisten Fällen gut heilbar". Der Kardinal bleibt auch während der Rekonvaleszenz amtsfähig, allerdings wird er im Mai keine öffentlichen Termine wahrnehmen. "Die Öffentlichkeit wird das überleben. Ich hoffentlich auch", so Schönborn.

Causa Kärnten: "Es wird Konsequenzen geben"

Neben dieser persönlichen Nachricht berichtete der Kardinal  auch von der Bischofskonferenz, die diese Woche in Reichenau an der Rax getagt hat. Thema der Vollversammlung war unter anderem die Situation in der Diözese Klagefurt-Gurk nach der apostolischen Visitation. Der Bericht der Visitatoren liege nun in Rom. Jetzt müsse der Vatikan entscheiden. 

Im Kärntner Bistum soll es unter dem mittlerweile nach St. Pölten versetzten Bischof Alois Schwarz zu schweren Verfehlungen und Misswirtschaft gekommen sein. Das dürfte nicht folgenlos bleiben. "Es wird sicher Konsequenzen geben. In welche Richtung, weiß ich nicht", sagt Schönborn.

Die "Causa Kärnten" habe gezeigt, dass es eine stärkere Kontrolle der kirchlichen Finanzen brauche. Schönborn schlägt daher die Schaffung eines Rechnungshofs für die katholische Kirche vor. Das dürfte allerdings nicht ganz ohne Widerstand etwa der Stifte oder Domkapitel gelingen, deutete Schönborn an.

Klimaneutrale Veranlagungen

Was die Finanzen der katholischen Kirche angeht, hat die Bischofskonferenz neue ethisch-ökologische Veranlagungsrichtlinien beschlossen. Schon jetzt sind Investments in Kohleförderung und Fracking (Ölförderung) untersagt. In den kommenden fünf Jahren sollen auch sämtliche Geldveranlagungen in Unternehmen abgestoßen werden, die fossile Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas) fördern oder produzieren. Zur Kontrolle der Einhaltung wird eine ständige Kommission eingerichtet.

Prävention durch Kulturwandel

Hauptthema der Bischofskonferenz waren Maßnahmen gegen Missbrauch und Gewalt in der Kirche. Hier soll ein neuer Beirat die kirchlichen Richtlinien überwachen und weiterentwickeln. Als "beste Präventionsmaßnahme" gegen Übergriffe sieht Schönborn aber einen "Kulturwandel", eine Öffnung der Kirche. "Geschlossene Systeme" seien besonders anfällig für Missbrauch. "Das ist das Mistbeet, auf dem Missbrauch gedeiht."

Seit 2010 arbeitet die unabhängige Opferschutzkommission  Missbrauch in der  Kirche auf. 5198 Fälle wurden gemeldet, 2193 erledigt. 31 Prozent der Fälle sind sexueller Missbrauch, 69 Prozent körperliche Gewalt. Die meisten Vorfälle sind aber strafrechtlich verjährt. 

Insgesamt hat die katholische Kirche 22,1 Millionen Euro an die Opfer bezahlt. Dazu kommen 5,7 Millionen für Therapien. Schönborn sagt, dass das Geld nicht aus Kirchenbeiträgen stammt, sondern aus Miet- und Pachteinnahmen oder Liegenschaftsverkäufen.