Auch der Robben–Nachwuchs wartet in Schönbrunn auf Besucher.

© Tierpark Schönbrunn/Daniel Zupanc

Chronik Österreich
03/11/2021

Jungtiere in Österreichs Tiergärten lassen Sorgen verfliegen

Der Lockdown hat den Zoos zugesetzt. Mit den aktuellen Besucherzahlen ist man aber zufrieden.

von Petra Stacher

Elefanten, Giraffen, Bären, Affen, Löwen, Nashörner – die Liste an Tieren, die man in Österreichs Tiergärten bestaunen kann, ist lang. Doch was bringt das, wenn die Tiergärten geschlossen sind? Corona brachte so eine Situation. Wie am Dienstag publik wurde, hat es Schönbrunn hart getroffen. Überwiegend herrscht in Österreichs Zoos aber Optimismus.

1,2 Millionen Menschen besuchten den Tiergarten Schönbrunn 2020 – normalerweise sind es im Schnitt 800.000 mehr. „Insgesamt waren wir mehr als ein Drittel des Jahres geschlossen. In den Monaten, in denen wir offen hatten, fehlten die Touristen und Schulklassen“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

Warteschlangen

75 Prozent der Einnahmen werden durch Eintrittsgelder lukriert. Folglich fehlte Umsatz. Instandhaltungs- und Pflegekosten blieben gleich. „Wir sind dankbar, dass uns viele mit Spenden und Patenschaften unterstützen“, sagt Hering-Hagenbeck, der nun auf ein besseres Jahr mit mehr Besuchern hofft.

Auch im Innsbrucker Alpenzoo blickt man auf die vergangenen Monate mit gemischten Gefühlen zurück: „Wir haben durch die Krise eine hohe sechsstellige Summe verloren. Umso mehr freut es uns, dass wir nun endlich wieder aufhaben, damit die Verluste nicht größer werden“, sagt Geschäftsführer André Stadler. Man könne diese zwar nicht aufholen, mit den jetzigen Besucherzahlen ist er dennoch mehr als glücklich.

„Unter der Woche stoßen wir nicht an unsere Grenzen. Am Wochenende haben wir aber zu den Stoßzeiten Wartezeiten bis zu 1,5 Stunden“, sagt er. 450 Besucher dürfen aufgrund der Abstandsregeln derzeit gleichzeitig durch den Alpenzoo spazieren.

Untätig waren Mensch und Tier während des Lockdowns aber nicht: Der Bauernhof des Zoos quillt quasi mit Jungtieren über. „Am Sonntag, den 21. März, eröffnen wir zudem unser modernes Naturkundemuseum in der Weiherburg“, sagt Stadler.

Rätsel-App

Auch im 46 Hektar großen Tierpark Herberstein in der Steiermark war man kreativ: Um Besucher in den Park zu locken, wurde eine Rätsel-App entwickelt. „Die Fragen kann man mithilfe der Tier-Schautafeln beantworten“, heißt es vom Tierpark (Infos unter www.tierwelt-herberstein.at). Mit den Besucherzahlen sei man aber ohnehin zufrieden. „Wir haben schon fünf Wochen Schließzeit aufgeholt.“

Im Zoo Schmiding in OÖ ist man auch zufrieden. „Wir können die derzeitigen Besucher gut durch die Anlage lenken. Gegen etwas mehr Leute haben wir aber nichts“, sagt Zoologin Daniela Artmann. Zu sehen gibt es genug: Babykängurus stecken die Köpfe aus ihren Beuteln und auch eine seltene Arabische Oryxantilope erblickte vor wenigen Wochen das Licht der Welt. Dabei habe ja die Hochsaison noch nicht einmal begonnen.

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