Impfstoff (Symbolbild).

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Österreich
08/03/2021

Impfen: Es geht nur zäh voran

Aufholbedarf gibt es dabei vor allem bei den jüngeren Bevölkerungsgruppen, wo der Anteil der Geimpften teils deutlich unter dem Österreich-Schnitt liegt.

Schleppend geht es mit den beim Impfungen in Österreich voran - vor allem bei noch gar nicht Geimpften. Am Montag wurden laut Impf-Dashboard des Bundes zwar 25.066 Stiche gesetzt, davon aber nur 3.640 Erststiche.

Zum Vergleich: Der bisherige Spitzenwert datiert vom 2. Juni mit mehr als 143.000 verabreichten Corona-Schutzimpfungen österreichweit.

Insgesamt haben laut den Daten des E-Impfpasses (Stand: Montag) 5.302.441 Menschen zumindest eine Teilimpfung erhalten. Das sind 59,4 Prozent der Bevölkerung. 4.644.762 und somit 52 Prozent der Einwohner haben bereits beide Impfdosen erhalten. Zwei Impfungen sind mit Ausnahme des Wirkstoffes des Herstellers Johnson & Johnson notwendig, um den vollen Schutz zu entfalten.

Aufholbedarf gibt es dabei vor allem bei den jüngeren Bevölkerungsgruppen, wo der Anteil der Geimpften teils deutlich unter dem Österreich-Schnitt liegt. Von den 25- bis 34-Jährigen sind 56 Prozent erst- und 44,9 Prozent auch zweitgeimpft. Von den Zwölf-bis 14-Jährigen in Österreich haben sich bisher 43,7 Prozent teil-und 29,2 Prozent voll impfen lassen. Für Unter-Zwölfjährige ist kein Impfstoff zugelassen.

Am höchsten ist die Durchimpfungsrate im Burgenland mit 67,2 Prozent. In Niederösterreich sind 62,3 Prozent der Bevölkerung geimpft, in der Steiermark 59,6 Prozent. Nach Tirol (58,9), Vorarlberg (57,8), Wien (57,4), Kärnten (56) und Salzburg (55,7) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit einer Durchimpfungsrate von 55,2 Prozent.

Impfen im Shopping Center

Die Bundesländer setzen angesichts der Impfmüdigkeit weiter auf gezielte Angebote vor Ort. So gibt es etwa in Wien diese Woche in mehreren Einkaufszentren Impf-Angebote. Auch Niederösterreich, die Steiermark, Salzburg, Oberösterreich und das Burgenland halten wieder Impftage ohne Voranmeldung ab. Auch Impfbusse, etwa in Wien, Salzburg und Oberösterreich, bringen die Vakzine zur Bevölkerung. Derzeit haben knapp 60 Prozent der Gesamtbevölkerung eine Erst-Impfung erhalten.

In Wien verwies man am Dienstag im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) auf schon gesetzte Schritte, etwa die eingesetzten Impfbusse, die eine wohnortnahe Impfung ermöglichen.

Aktuell kann man sich beim Reumannplatz und beim Bahnhof Hütteldorf im Bus impfen lassen. Ab Mittwoch wird auch in Wiener Einkaufszentren geimpft: In der Lugner City besteht von Mittwoch bis Samstag eine Impfmöglichkeit. Am Freitag und Samstag wird es auch im Auhof Center und im Einkaufszentrum Riverside ein Angebot zur Impfung geben. Nähere Informationen zur Corona-Impfung in Wien findet man unter https://impfservice.wien.

In Niederösterreich werden Gemeinden, in denen die Quote im Vergleich zu den anderen niedrig ist, vorrangig mit niederschwelligen Angeboten (Pop-Up-Impfung und mobile Impfteams) versorgt. In Wiener Neustadt blieb eine Aktion ohne Anmeldung für Unter-30-Jährige am vergangenen Wochenende mit 660 verabreichten Injektionen unter den Erwartungen, deshalb wird das Angebot am 7. und 8. August auf alle Altersgruppen ausgeweitet.

Baden veranstaltet am 9. August einen Impftag ohne Voranmeldung für Zwölf- bis 18-Jährige. Spontanes Impfen ohne Termin ist laut der Webseite von Notruf NÖ in den kommenden Tagen beispielsweise auch in Gmünd, Melk, Krems, Hollabrunn, Mistelbach, Amstetten und Tulln möglich, detaillierte Informationen findet man unter https://notrufnoe.com/impfung.

In der Steiermark gibt ebenfalls schon länger Bemühungen zur Hebung der Impfbereitschaft. Auch hier will man mit den Angeboten "ganz nah" an die Bürger heranrücken. Am 7. August findet beispielsweise wieder ein "offenes Impfen" ohne Termin in allen Impfstraßen des Landes statt. Informationen unter: https://www.impfen.steiermark.at.
 

Auch das Land Salzburg bietet gegen die Impfmüdigkeit bereits seit einigen Wochen Impfungen ohne Voranmeldungen an - in einem Impfbus, der durch das ganze Land tourt und den auch jede Gemeinde anfordern kann, und in Impfstraßen. "Wir werden weiterhin diese Impfaktionen anbieten", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsreferenten zur APA. "Jeder findet eine Möglichkeit, sich impfen zu lassen." Geplant sind gegen Ende des Sommers auch Impfaktionen für Reiserückkehrer und für Schüler. Mit Stand letzten Freitag haben rund 5.000 Salzburger Bürger die Immunisierung ohne Voranmeldung seit Beginn der Sonderimpfaktionen am 9. Juli genutzt. Landesweite, wöchentliche Impfaktionen ohne Voranmeldung, die genauen Termine und Standorte finden sich auf der Landes-Homepage http://www.salzburg.gv.at/einfachimpfen.

Ähnlich Bestrebungen gibt es auch in Oberösterreich, das mit 55,1 Prozent an zumindest Erstgeimpften österreichweites Schlusslicht bei der Durchimpfungsrate ist. Durch anmeldefreie Impftage und Pop-up-Impfungen, u.a. auch am Badesee, bei Veranstaltungen oder beim Shoppen, sollen mehr Leute zu einer Immunisierung bewegt werden. Und auch in der Grünen Mark sind Impfbusse unterwegs. Informationen dazu finden sich unter https://www.land-oberoesterreich.gv.at/ooe-impft.htm.
 

Das Land Burgenland plant - wie schon angekündigt - Aktionen in den Gemeinden, in denen die Durchimpfungsrate vergleichsweise niedrig ist. Niedergelassene Ärzte sollen dort Impftage ohne Anmeldung anbieten. Damit will das Land vor allem jene Menschen erreichen, die zu den nächsten Impfzentren oder -ärzten weite Wege zurücklegen müssen. Generell setze man auf Impftage ohne Voranmeldung, um die Impfbereitschaft weiter zu erhöhen, hieß es aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Informationen unter https://www.burgenland.at/themen/coronavirus/coronaimpfung.

Zurückhaltend gab man sich am Wochenbeginn in Vorarlberg. Derzeit gebe es keine Überlegungen zu weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Impfquote in den Gemeinden. Informationen zum Impfangebot im Ländle finden sich unter https://vorarlberg.at/vorarlbergimpft.
 

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