Waldbrände: Bereits über 270 Feuer heuer in Österreich
Zusammenfassung
- Mit der neuen Hitzewelle steigt die Waldbrandgefahr in Österreich wieder deutlich, besonders im östlichen Niederösterreich, in Teilen Kärntens und in den inneralpinen Trockentälern Tirols.
- Seit Jahresbeginn wurden laut Umweltministerium mehr als 270 Waldbrände mit rund 230 Hektar betroffener Waldfläche registriert, nachdem das Frühjahr das trockenste der Messgeschichte war.
- Umweltminister Totschnig betont, dass mehr als acht von zehn Waldbränden durch menschliches Verhalten verursacht werden, während in vielen Bezirken bereits Waldbrandverordnungen mit strengen Verboten und hohen Strafen gelten.
Nach einer kurzen Entspannung bringt die prognostizierte neue Hitzewelle wieder eine erhöhte Waldbrandgefahr für Österreich. Nach den aktuellen Risikokarten des Umweltministeriums konzentrieren sich Gebiete mit hoher Gefährdung auf das östliche Niederösterreich, Teile Kärntens sowie inneralpine Trockentäler Tirols. Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) appellierte: „Mehr als acht von zehn Bränden werden durch menschliches Verhalten verursacht und sind damit vermeidbar.“
Das heurige Frühjahr war das trockenste der österreichischen Messgeschichte - einhergehend mit mehr als 160 Waldbränden. Im Juni hatte sich die Situation kurzfristig entspannt. Die anhaltende Hitzewelle zu Beginn des Sommers ließ aber auch die Gefahr für Waldbrände wieder signifikant ansteigen. Im Juli wurden wieder ca. 70 Waldbrände in Österreich dokumentiert.
270 Waldbrände seit Jahresbeginn
„Seit Jahresbeginn wurden in Österreich bereits mehr als 270 Waldbrände registriert. Insgesamt waren dabei rund 230 Hektar Waldfläche betroffen“, hieß es seitens des Umweltministeriums. Die kommende Hitzewelle könnte diese Zahlen weiter steigen lassen.
„Besonders in Trockenperioden, wie wir sie derzeit in Österreich erleben, ist das verantwortungsvolle Handeln jeder und jedes Einzelnen entscheidend. Der beste Waldbrandschutz beginnt mit Rücksicht auf die Natur und richtigem Verhalten im Wald“, sagte Totschnig. Gleichzeitig würde der Bund in Prävention, Brandbekämpfung und Wiederbewaldung investieren.
Waldbrandgefahr in Österreich regional verschieden
Die Waldbrandgefahr ist in Österreich je nach Region unterschiedlich hoch. Als besonders gefährdet gelten trockene inneralpine Täler sowie niederschlagsarme Gebiete mit ausgedehnten Kiefern- und Föhrenbeständen. Aktuell betrifft dies vor allem das östliche Niederösterreich, Teile Kärntens und die inneralpinen Trockentäler Tirols. „Diese Regionen weisen aufgrund klimatischer, topografischer und sozioökonomischer Faktoren eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Waldbränden auf“, erklärte das Umweltministerium. Langfristige Auswertungen zeigen darüber hinaus, dass sich das Waldbrandrisiko zunehmend auch auf Teile der Südsteiermark und des Burgenlandes ausweitet.
Statistisch betrachtet treten die meisten Waldbrände in Österreich im Frühjahr auf. Im Hochsommer (Juli und August) zeigt sich, wie auch heuer wieder, ein weiteres Maximum.
Zahlreiche Waldbrandverordnungen in Kraft
Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr sind in den meisten Bezirken Österreichs bereits Waldbrandverordnungen in Kraft. Diese untersagen insbesondere brandgefährliche Handlungen wie Entzünden von Feuer oder Rauchen im Wald und in Waldnähe. Bei Verstoß drohen Geldstrafen von bis zu 7.270 Euro oder eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Wochen. Ob eine Waldbrandverordnung gilt, erfährt man am schnellsten direkt bei der zuständigen Gemeinde oder der örtlichen Bezirkshauptmannschaft.
Übergreifen aus Siedlungen als große Gefahr
Eine sehr ernst zu nehmende Gefahr ist das Übergreifen eines Waldbrandes auf Siedlungsraum oder Infrastruktur, wie man es derzeit in Frankreich und Spanien beobachten kann. In Österreich ist rund die Hälfte der Landesfläche bewaldet, vielerorts grenzen Wälder unmittelbar an Siedlungsgebiete. Ein Viertel der Waldfläche besteht hier aus Schutzwäldern, die Gebäude und Infrastruktur vor Naturgefahren sichern.
„Eine gute Erschließung durch Forststraßen sowie die stete Pflege und Bewirtschaftung des Waldes sind essenziell für eine effiziente Waldbrandbekämpfung. Gut ausgebaute Waldinfrastruktur ermöglicht es den Feuerwehren, Brandherde rasch zu erreichen und ein Übergreifen der Flammen auf Siedlungsräume zu verhindern“, betonte der Landwirtschaftsminister.
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