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Chronik Österreich
07/08/2019

Hakenkreuz auf Kärntner Burgruine unkenntlich gemacht

Seit mehr als 80 Jahren prangte das NS-Zeichen über Frauenstein. Nun wurde es nach jahrelanger Diskussion übermalt.

von Nikolaus Tuschar

Seit 1934 sah man ein riesiges weißes Hakenkreuz auf der Burgruine Hochkraig in Frauenstein schon von der Ferne. Laut Kleine Zeitung wurde es übermalt und ist nun nicht mehr sichtbar. Aus dem Symbol der NS-Zeit wurde durch ein Zusammenziehen der Haken optisch ein weißes Fensterkreuz geschaffen, um die symbolische und propagandistische Wirkung zu brechen.

Lange wurde zwischen Land und Besitzer gestritten, wer für die Entfernung  Swastikas zuständig wäre. Ein Streit, der hohe Wellen schlug. In einem Interview im profil 2014 sagte Peter Gstettner, Gründer des Mauthausen Komitees Kärnten/Koroška und des Verein Memorial Kärnten Koroška: „Sowas darf nicht sein. 80 Jahre nach einem NS-Putsch ist dieses Hakenkreuz noch immer auf derselben Stelle.“ Es vergingen noch einige Jahre, bis sich etwas tun sollte.

Die Entfernung war eigentlich 2018 schon beschlossene Sache. Sie verzögerte sich allerdings aufgrund der Witterungsverhältnisse.

Laut Gorazd Živkovič, Abteilungsleiter des Bundesdenkmalamt für Kärnten, wurde dieses Projekt vom Bundesdenkmalamt vorbereitet. Dieses hat im Vorjahr entschieden, die Finanzierung allein aus Bundesmitteln zu übernehmen. Ein nach Beginn der Arbeiten festgestellter Mehraufwand wurde dann vom Land Kärnten übernommen. „Den Großteil der Kosten in Höhe von 95.000 Euro hat die Mauerkronensicherung der schwer zugänglichen Ruine ausgemacht. Erst danach war eine gefahrlose Behandlung des Hakenkreuzes möglich. Es ist wichtig, Geschichte nicht auszuradieren sondern ablesbar zu machen. Deswegen wäre die vollständige Entfernung das falsche Zeichen gewesen. Die Überformung des Hakenkreuzes zu einem Fensterkreuz kommt einer Entschärfung gleich. Ein für demokratische Staaten inakzeptables Symbol wurde zu einem unverfänglichen Symbol umgewandelt. Wichtig ist, dass die Geschichte an Hand dieses Zeichens an diesem Ort auch für die nächsten Generationen nacherzählbar bleibt!“

Der Bürgermeister von Frauenstein, Harald Janach ist froh, dass das Thema erledigt ist: „ Wir haben von der Entfernung eigentlich nichts mitbekommen und von der Übermalung erst aus den Medien erfahren." Man habe auch von den Arbeiten nicht mitbekommen, die ohne Zutun der Gemeinde erfolgten.