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Chronik Österreich
08/18/2020

Großstädtisches für Salzburg von Johanna Maiers Sohn Didi

Der Haubenkoch Didi Maier hat die Salzburger Institution Café Wernbacher übernommen.

von Matthias Nagl

Didi Maier wagt einen Neustart mit Fingerspitzengefühl. „Das Wichtigste für die Frau Wernbacher war: Herr Maier, verändern Sie nicht alles“, erzählt der Gastronom. Am Montag eröffnete der Sohn von Starköchin Johanna Maier das behutsam erneuerte Salzburger Traditionshaus Café Wernbacher im Andräviertel, das dritte Lokal unter seiner Führung.

Schon seit zwei Jahren hat der Haubenkoch nach einem dritten gastronomischen Standbein in Salzburg gesucht. Und wegen der Corona-Krise hat er es gefunden. Der Lockdown zwang den bisherigen Pächter nach 17 Jahren zum Aufgeben. Das Wernbacher kam auf den Markt, Maier hatte seinen lange ersehnten Innenstadt-Standort gefunden. Beinahe wäre es aber gar nicht so weit gekommen.

Denn wer das Café Wernbacher heute betritt, kommt nicht in ein gänzlich neues Kaffeehaus. Der unverwechselbare Stil des 1952 erstmals eröffneten Lokals ist erhalten geblieben.

Maiers Drang gebremst

Die American Bar – in Salzburg eine Seltenheit –, die Polstermöbeln mit grünem Bezug und die Holzvertäfelungen an Decke und Wänden gibt es immer noch. Maier hatte ursprünglich andere Pläne. „Meine anderen Lokale waren leer, als ich sie übernommen habe. Da habe ich mich frei ausleben können“, sagt er. Das wollte er auch im Wernbacher tun.

Monique Wernbacher, Tochter des Gründerpaares des Kaffeehauses, überzeugte Maier aber mit einem einfachen Argument, vieles zu bewahren: Mit einem zu stark auf Veränderung setzenden Konzept hätte er als Pächter keine Chance gehabt. Auch in die veränderten Details hat der neue Betreiber aber einiges investiert, insgesamt mehr als 250.000 Euro.

„Wir haben die Polsterfarbe gelassen, aber die Polsterungen neu überzogen. Auch die Wandfarbe haben wir ganz leicht angepasst. Neue Lampen, neues Lichtsystem, die Bar haben wir mit Leder überzogen“, erzählt Maier. „Der Kunde sieht trotz der Renovierung sehr viel vom alten Wernbacher.“

Eine Daybar ist das Ziel

Nach seinen zwei Lokalen im Einkaufszentrum Europark, „Didilicious“, in dem Maier „Haubenküche für Jedermann“ verspricht, und dem Frühstückslokal „The Bakery“ (auch im Europark) wagt sich der Haubenkoch nun mit der Franz-Josef-Straße in ein von Kaffeehäusern umkämpftes Revier im urbanen Andräviertel.

Wen Maier damit ansprechen will? „Ich hätte gerne meine Generation hier“, sagt der 37-Jährige. „Es soll eine Daybar werden. Etwas, das es in Wien und anderen Großstädten eher gibt als hier. Ein Lokal, wo man am Abend noch etwas trinken geht, eine Kleinigkeit isst und einen netten Abend hat.“

Die Stammkundschaft will er tagsüber mit klassischem Kaffeehausbetrieb überzeugen. Nicht zuletzt deshalb hat Maier auch 70 Prozent der Belegschaft des alten Wernbacher übernommen. Auch für sie gibt es eine bedeutende Änderung: anders als bisher hat das Kaffeehaus am Sonntag geschlossen. „Das ist ein i-Tüpfelchen, um gute Mitarbeiter zu finden. Egal ob Corona oder nicht, gutes Personal ist im Gastgewerbe nach wie vor schwer zu finden“, sagt Maier.

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