© Elisabeth Holzer

Chronik Österreich
08/16/2021

Graz-Wahlen: SPÖ-Obmann wünscht sich das Verkehrsressort

Michael Ehmann will den Stadtratssitz zurück, den er 2017 verlor.

von Elisabeth Holzer

Deutlicher könnte Michael Ehmann sein Wahlziel kaum gestalten: Der SPÖ-Chef will das Verkehrsressort in Graz übernehmen und so ist die mit seinem Konterfei beklebte Straßenbahn nicht nur überdimensionales Plakat, sondern Botschaft. Eine deutliche noch dazu, denn Ehmann muss es erst einmal in den Stadtsenat schaffen, oder besser: Es wieder zurückschaffen. 2017 verlor der 46-Jährige den Regierungssitz, die SPÖ flog mit ihm als Spitzenkandidat aus der Regierung. Sollte es mit dem Stadtratssitz nicht klappen, werde es eine „geordnete Übergabe“ der Partei geben.

Ehmann war 2017 nur knapp ein Jahr lang Stadtrat und Parteichef, er übernahm die Agenden 2016 von der überraschend zurückgetretenen Martina Schröck. Seit der Wahlschlappe im Februar 2017 fungierte Ehmann als Klubchef seiner auf fünf Gemeinderäte reduzierten Truppe, die ihm sowie auch der Rest der Sozialdemokratie aber die Treue halten: Im November 2019 wurde er mit 97 Prozent zum Parteichef wiederbestellt, vergangene Woche mit 92 Prozent der Delegiertenstimmen zum Spitzenkandidaten der Wahlen am 26. September gekürt.

Bim statt U-Bahn

Bis zum Wahltag soll nun die Straßenbahn Werbung für die Grazer SPÖ machen, den Preis dafür verrät die Partei nicht, nur soviel: Er würde in die Wahlwerbekosten eingerechnet, die 400.000 Euro insgesamt nicht überschreiten sollen. Außer der ÖVP haben alle anderen Grazer Parteien ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

Stadtgrenzenüberschreitend sollen jedoch künftig die Grazer Straßenbahnen fahren, fordert Ehmann: „Mehr Bim statt U-Bahn-Wahnsinn. Eine U-Bahn verhindert keinen Pendlerverkehr“, erteilt der SPÖ-Stadtparteiobmann dem aktuellen Verkehrsprojekt der schwarzblauen Stadtregierung eine Abfuhr. „Die Menschen in der Stadt ersticken im Stau und leiden unter der schlechten Luft. Wir müssen diese Verkehrsmisere beenden.“ Dazu sei es nötig, bisherige Kfz-Einpendler schon an der Stadtgrenze zu stoppen und zum Umsteigen auf die Öffis zu bewegen. Zusätzlich müsste das Straßenbahnnetz so ausgebaut werden, dass jeder Bezirk angeschlossen wird.

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