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Chronik Österreich
05/15/2020

Ex-FPÖ-Chef tritt mit "Team Strache" an - prominenter Unterstützer aus NÖ

In Wien wird Heinz-Christian Strache Spitzenkandidat für die "Allianz für Österreich" (DAÖ). Der niederösterreichische FPÖ-Mann Christian Höbart trat bei der Präsentation mit ihm auf.

von Christoph Schwarz, Josef Gebhard, Katharina Zach

Für heute, 10.30 Uhr, war in den Sofiensälen die große Präsentation des neuen Listennamens angesetzt - durchgesickert ist er aber schon früher: Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache wird die "Allianz für Österreich" (DAÖ) in die Wien-Wahl führen.

Aber nicht unter deren (etwas sperrigem) Parteikürzel, sondern unter seinem eigenen Namen: Die Bewegung kandidiert als "Team Strache".

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Aufmerksame Twitter-Nutzer haben in der Früh in Wien bereits Autos gesichtet: Sie sind mit dem Konterfei Straches und dem Schriftzug "Team Strache" beklebt. Also Logo dient ein Kreis mit seinen Initialen "HC" sowie einem Häkchen. Auch eine Österreich-Fahne darf nicht fehlen.

FPÖ-Mann Höbart läuft über

Für große Überraschung konnte Strache bei seiner Präsentation somit nicht mehr sorgen - außer vielleicht mit einer personellen: Der niederösterreichische FPÖ-Mann Christian Höbart, bis 2019 Nationalratsabgeordneter für die Blauen, zog mit Strache in den Saal ein.

Höbart ist einer breiten Öffentlichkeit durch seinen "Höhlenmenschen"-Sager bekannt. Er brach zuletzt aber zunehmend mit seiner Landespartei. Dabei war er zwischenzeitlich sogar geschäftsführender FPÖ-Landesparteiobmann in Niederösterreich, wurde aber bei einem Landesparteitag abgewählt.

Derzeit ist Höbart FPÖ-Gemeinderat in Guntramsdorf und kandidierte dort bei der Gemeinderatswahl im Jänner noch als blauer Spitzenkandidat.

Nun wechselt er zu Strache und lobt seinen neuen, alten Parteichef: "Ich durfte mit dir, HC, die niederösterreichische FPÖ aufbauen", so Höbart. Strache habe die FPÖ "noch richtig geführt". Nun sei die Partei "nur mehr leere Hülle ohne Führung". Von seinen ehemaligen Mitstreitern sei er massiv enttäuscht: Als vor einem Jahr, bei der Ibiza-Affäre, Zusammenhalt wichtig war, hat man diesen über Bord geworfen und hat dann auch HC über Bord geworfen."

Die niederösterreichische FPÖ wurde von dem Auftritt Höbarts bei Strache offenbar kalt erwischt: „Er ist damit nicht mehr Mitglied der Freiheitlichen Partei. Das ist verwirkt“, hieß es auf KURIER-Anfrage. Etwas später meldete sich Parteichef Udo Landbauer zu Wort: Der Wechsel von Christian Höbart zur Liste Strache sei „absehbar“ gewesen. Der ehemalige geschäftsführende Landesobmann der Freiheitlichen gebe seine langjährige Mitgliedschaft für ein „Glücksritterexperiment“ auf.

Kritik an "Corona-Show"

Doch nicht nur Höbart, sondern auch Straches Frau soll seinem neuen Team angehören: Philippa Strache, die als wilde Abgeordnete im Nationalrat sitzt, "vertritt uns im Parlament", so Strache.

Inhaltlich gab es von Strache dann unter anderem Kritik an der Bundesregierung: Die "PR-Show" des Kanzlers sei "an Ignoranz nicht zu überbieten", so Strache. Die Regierung betreibe reine PR-Politik ohne echte Hilfe für die Betroffenen.

Auch die Wiener FPÖ kam nicht gut weg - vor allem der neue Wiener Landesparteichef Dominik Nepp: "Viele fragen, wer ist das? Keiner kennt ihn", sagte Strache. Nepp sitze "in seiner Funktion nur dank meiner Erfolge".

Strache langer Weg zur Rückkehr

Strache, der vor ziemlich genau einem Jahr über die Ibiza-Affäre stolperte, hat mit seinem Polit-Comeback in den vergangenen Monaten viel Aufsehen erregt.

Nach der langwierigen und schmutzigen Trennung von der FPÖ gab er zuerst an, sich aus der Politik zurückziehen zu wollen. Doch der Abschied war nicht von langer Dauer.

In Wien spaltete sich die "Allianz für Österreich" unter Führung von Ex-FPÖ-Abgeordnetem Karl Baron ab - und bald war Strache an Bord. In mehreren Pressekonferenzen und bei einer langen Rede beim Neujahrstreffen der DAÖ gab er immer mehr Details zu seinem neuerlichen Polit-Engagement bekannt.

Erst vor zwei Wochen verkündete er offiziell, was schon alle vermuteten: Er wird Spitzenkandidat bei der Wien-Wahl im Herbst.

Ähnlichkeit zu Team Stronach

Kurioses Detail am Rande: Nicht nur der Name, auch das Logo des „Team HC Strache“ weist eine große Ähnlichkeit mit jenem des Team Stronach auf. Dessen Anwalt , Michael Krüger, schloss auf APA-Anfrage eine Absprache oder Kooperation „zu hundert Prozent“ aus. Ob aufgrund des Namens oder des Logos eine Verwechslungsgefahr besteht, werde man sich aber anschauen. Auch für Strache sind die Ähnlichkeiten Zufall.

Der neue Generalsekretär Höbart will indes mit einem Gag punkten: Für den Sonntag,  den Jahrestag des Bekanntwerdens des Ibiza-Skandals, kündigt er für 17 Uhr ein Ibiza-Video mit Strache auf dessen Facebook-Seite an.

Hier geht es zum Livestream der Pressekonferenz:

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