ein APA Video Platzhalter.

Wir würden hier gerne ein APA Video zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte APA-Videoplayer zu.

Chronik Österreich
04/05/2022

Der Grüne Pass wird verlängert: Aber keiner weiß wie

Rund 74.000 Impfzertifikate laufen bis Juni aus, obwohl die Betroffenen drei Impfdosen haben. Gesundheitsminister Rauch kündigt Verlängerung an.

von Elisabeth Holzer

Der Grüne Pass ist zwar nicht mehr so flächendeckend notwendig wie noch vor ein paar Monaten, als etwa 2-G im Handel galt. Aber es braucht ihn noch, wer in einem Wiener Kaffeehaus Kaffee trinken will, Wien hat bekanntlich die strengeren Regeln in der Gastronomie behalten.

Der Grüne Pass spielt österreichweit zudem eine Rolle für Nachtschwärmer in Discos, dort können Betreiber zwischen 3-G oder Maskenpflicht wählen. Für Besucher von Heimen oder Spitälern gilt ebenso: Zutritt gibt es nur geimpft, genesen oder getestet; eine Regel, die auch bei der Einreise in einige Urlaubsländer oder bei der Rückreise nach Österreich greift.

Allerdings laufen immer mehr österreichische Impfzertifikate ab auch bei jenen Personen, die geboostert sind, also etwa bereits drei Mal gegen das Coronavirus geimpft wurden oder Genesene, die zwei Impfungen haben. Allein bis Monatsende fallen rund 800 Betroffene aus dem System, im Mai weitere knapp 900. Bis Ende Juni sind es insgesamt rund 74.000, deren App am Handy dann statt grün rot leuchten wird: Ihre Zertifikate laufen ab, weil 270 Tage überschritten sind  - nach derzeitiger Regelung ist ein Grüner Pass nur rund neun Monate ab dem dritten Stich gültig.

Das Gesundheitsministerium muss nun rasch eine Lösung für dieses Problem bieten. Der Zeitdruck sei bekannt, hieß es am Dienstag: Das Ministerium prüfe derzeit „sämtliche Möglichkeiten. Eine Entscheidung hierzu ist in den kommenden Tagen geplant.“ Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) blieb Dienstagabend im ORF Report ebenso vage: "Die Dinge sind schon vorbereitet, wir kennen die Zahlen, wann welche Pässe auslaufen.“ Die Lösung werde erst kommuniziert, wenn „die Dinge fixiert sind“, so Rauch, vermutlich Anfang kommender Woche. Aber: „Niemand wird vor der Situation stehen, nicht auf Urlaub fahren zu können, weil sein Pass rot aufleuchtet“, versicherte Rauch.

Was nun kommt

Damit kündigte der Ressortchef den wahrscheinlichsten Ausweg an, der auch der einfachste wäre - die Geltungsdauer des Passes wird verlängert.

Per neuer Verordnung könnte die Gültigkeit der Zertifikate von 270 auf 360 Tage erstreckt und der Grüne Pass somit um rund drei Monate verlängert werden. Neu wäre so eine Änderung nicht, seit der Einführung des Grünen Passes wurde bereits öfter an dessen Gültigkeitsdauer geschraubt.

Möglich, aber ohne Festlegung des Nationalen Impfgremiums kurzfristig kaum vorstellbar: Die vierte Impfdosis in die Grundimmunisierung aufnehmen und das Zertifikat ab diesem Stichtag um weitere 270 Tage zu verlängern. Doch dafür braucht es erst einmal die Empfehlung des Gremiums, die vierte Dosis für die Allgemeinheit zuzulassen.

Derzeit rät man nur besonders gefährdeten Menschen, sich erneut impfen zu lassen und das auch nur auf eigenen Wunsch. Da eben noch kein generelles Ja des Impfgremiums für die vierte Dosis vorliegt, würde der vierte Stich Pass-technisch auch nichts bringen -  es bleibt dennoch bei 270 Tagen Gültigkeit, gerechnet ab dem Tag des Boosters.

Doch auch das dürfte sich ändern. „Sobald eine Empfehlung für eine vierte Impfung vorliegt, wird die Nummerierung der bereits ausgestellten Impfzertifikate angepasst“, kündigte das Ministerium am Dienstag an. Gesundheitsexperten raten dazu, angesichts einer befürchteten neuerlichen Corona-Welle im Herbst mit Auffrischungen noch zu warten.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare