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Chronik Österreich
03/25/2022

Fridays for Future: Tausende bei Klimademos auf der Straße

Der heutige Freitag steht im Zeichen der zehnten Auflage des internationalen Klimastreiks. Der KURIER berichtet vor Ort.

Die österreichischen Fridays-For-Future-Bewegungen begehen am heutigen Freitag die zehnte weltweite Auflage des Klimastreiks. Im Westen Österreichs haben die Demos schon vormittags begonnen. Rund 300Teilnehmer zogen durch Bregenz, in Innsbruck wurden etwa 850 Demonstranten gezählt.

In Wien beginnt die Demonstration um 13.30 Uhr beim Stubentor, von wo aus der Demozug in Richtung Praterstern führt, wo ab 16 Uhr die Abschlusskundgebung in der Venediger Au stattfindet. Auch in allen anderen Bundesländern (Ausnahme ist das Burgenland) wird wieder für den Klimaschutz auf die Straße gegangen.

Diesmal demonstrieren die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays For Future (FFF) nicht nur für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels, sondern auch in Solidarität mit der Ukraine. Bereits um 10.30 Uhr ging es ganz im Westen los: In Bregenz zogen rund 300 Personen, vor allem Jugendliche, unter Parolen wie „Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Hitze“ und „Climate justice now“ durch die Innenstadt bis vor das Vorarlberger Landhaus.

Man verlange von der Politik, endlich das Klimaversprechen von Paris 2015 und Glasgow 2021 umzusetzen. Seit dem letzten weltweiten Klimastreik hätten sich die Dinge bewegt, aber nicht grundlegend geändert. Das 1,5 -Grad-Ziel liege noch in weiter Ferne, so Johannes Hartmann von „Fridays for Future Vorarlberg“ bei der anschließenden Kundgebung mit Reden und Musik.

In Graz haben die Rednerinnen und Redner Bezug zum Krieg in der Ukraine genommen: „Es macht uns wütend, dass Kriege wegen Macht gestartet werden - wie nun in der Ukraine.“ Ein Importstopp für Öl und Gas aus Russland wurde gefordert. Außerdem wurde kritisiert, dass durch den Krieg Infrastruktur zerstört wurde, für deren Wiederaufbau viel Ressourcen und Energie nötig sein wird.

„Wir brauchen mehr saubere Energien“ und „Steueroasen müssen abgeschafft werden“, lauteten die Schlagworte. „Es gibt viel zu tun, wir haben keine Zeit für Krieg.“ Auf den Schildern der laut Polizei rund 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration war unter anderem zu lesen: „Burn Fat not Oil“, „Don't Fuel War - Let's Bike“ und „For Peace and Trees“. Mitten im Demonstrationszug war auch eine Volksschulklasse dabei, die zusammen in Zweierreihe marschierte und im Chor sang: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut.“

In Niederösterreich streikten die FFF-Bewegungen am Freitag zum zweiten Mal gemeinsam in St. Pölten. Rund 500 Teilnehmer waren laut Polizeiangaben beim Demozug dabei, der sich u.a. unterstützt von Trommlern kurz vor 13.00 Uhr vom Hauptbahnhof Richtung Regierungsviertel in Bewegung setzte. Nach einer Zwischenstation mit Reden und dem Auftritt eines Beatboxers beim Landhaus wurde die Kundgebung auf dem Rathausplatz mit weiteren Music-Acts und Rednern abgeschlossen.

Die Maßnahmen dürften nicht auf Einzelne abgeschoben werden, schließlich verursachten hundert Konzerne 70 Prozent des CO2-Ausstoßes, deren Interessen müsse man entgegenwirken. Die Politik solle sich an das Motto der Demo „People, not profit“ erinnern: „Kümmert Euch um die Menschen und nicht ums Geld!“, so der Appell des Aktivisten. Angesichts des Ukraine-Krieges zeige sich einmal mehr, dass fossile Brennstoffe keine Zukunft hätten. „Ein schneller Ausstieg ist wichtiger denn je“, betonte Hartmann. Angesichts der vielen Krisen sei es derzeit schwierig, optimistisch zu bleiben, „aber Aufgeben kommt nicht infrage“. Der Druck der Straße müsse aufrecht bleiben.

In der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck haben sich kurz nach 13 Uhr am Marktplatz rund 850 Demonstranten versammelt, teilte die Polizei mit. Gegen 13.30 Uhr setzte sich der Demozug schließlich in Bewegung. Zuvor hatten drei Redner darauf hingewiesen, dass es heute auch um die Menschen in der Ukraine gehe. Der Krieg dort sei zudem auch ein „fossiler Krieg“, hieß es. Folglich wurde auch ein bekannter Slogan abgewandelt: „Wir sind hier, wir sind laut, weil die Welt den Wandel braucht“. „Act now“ und „We are unstoppable“ wurde außerdem häufig skandiert.

Menschliches Peace-Zeichen

Auch in Wien wurde zu Beginn der Demo ein Zeichen für die Ukraine gesetzt: 200 Menschen formten ein 20 Meter großes Peace-Zeichen in den Farben der ukrainischen Flagge Gelb und Blau.

Schon zum vierten Mal wird heute auch ein österreichisches Klimaschutzgesetz gefordert, denn „seit 450 Tagen gibt es so keine Klimaziele“, erinnerte Daniel Shams von FFF Austria im Voraus. Als dritter Punkt steht beim Klimastreik unter dem Motto „#PeopleNotProfit“ die soziale Gerechtigkeit auf der Agenda. Die Teilnehmenden können mit frühlingshaften Temperaturen nahe 20 Grad Celsius rechnen und werden gebeten, eine FFP2-Maske aufzusetzen.

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