Chronik | Österreich
08.02.2018

FPÖ-Lokalverbot: Drohung mit Randale von Rockern

Wirt in Sölden wurde Besuch von ungarischen Hells Angels angekündigt

Am Samstag war der Puls von Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger in die Höhe geschnellt. Auf Facebook teilte er seinen Ärger mit seinen Followern. Stein des Anstoßes: Die Bar "Live" in Sölden (Bezirk Imst) hatte, wie berichtet, ein selbst gebastelten Schild am Eingang angebracht. Abwerzger stellte ein Foto des Plakats ins Netz, das über 1200- mal geteilt wurde.

Darauf stand geschrieben: "Wir müssen draußen bleiben". Darüber befanden sich Bilder von Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Verkehrsminister Norbert Hofer (beide FPÖ) sowie durchgestrichene Hakenkreuze. Während ein Teil der Kommentare auf Abwerzgers Seite die Aktion verurteilte, wurde sie von anderen unterstützt.

Ungarische Angels

Für den Chef der "Live"-Bar, Christoph Fiegl, brachte das Schild mehr Aufmerksamkeit, als ihm lieb war. Die Reaktionen reichten von extrem negativ bis extrem positiv. Wie er auf Anfrage bestätigt, wurde der Ötztaler aber auch massiv bedroht. Der Wirt bekam ein anonymes Mail, wie er sagt. "Der Absender hat gesagt, dass er mir jemanden schicken würde. Ungarische Hells Angels würden kommen und mir den Laden zusammenschlagen", erzählt Fiegl.

Kein Verständnis

Der macht sich allerdings keine Sorgen, wie er sagt, und ortet eine "leere Drohung". Deshalb habe er auch keine Anzeige erstattet, sagt der Gastronom.

Die ganze Aufregung findet er zudem "ein bisschen lächerlich. Das Plakat ist nur drei Stunden gehängt." Am Freitagabend habe ein Mitarbeiter das Ding aus Langeweile gebastelt und als satirische Aktion aufgehängt.

Nach Sperrstunde habe man vergessen, es wieder abzunehmen, was man dann am nächsten Morgen gemacht habe. "Das war nicht als politisches Statement gedacht", versichert Bar-Chef Fiegl.