Chronik | Österreich
04.02.2018

„Nazis müssen draußen bleiben“: Schild auf Lokal verärgert FPÖ-Landesparteichef

Eine Bar in Tirol erregt mit einem Schild, das sich gegen Strache und Hofer richtet Aufmerksamkeit.

Die Bar „Live“ in Sölden (Bezirk Imst) erregte am Wochenende mit einem selbst gebastelten Schild Aufsehen. Darauf stand geschrieben: „Wir müssen draußen bleiben“. Darüber befanden sich Bilder von Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Verkehrsminister Norbert Hofer (beide FPÖ) sowie durchgestrichene Hakenkreuze.
Markus Abwerzger, Landesparteiobmann der Tiroler FPÖ und Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen Ende Februar, wurde auf das Schild aufmerksam. Er postete am Samstag Bilder vom Lokal und dem Bild auf Facebook und schrieb dazu: „Erinnert mich an die dunkelsten Zeiten unserer Geschichte. Unfassbar!“ Das Posting wurde innerhalb kürzester Zeit mehrere Hundert Mal geteilt. Die Meinungen in den Kommentaren gehen auseinander. Während manche scharfe Kritik an der Aktion üben und sich der Meinung von Abwerzger anschließen, verteidigen andere das Schild und das Lokal.

"War ein Scherz"

Der Besitzer der Bar, Christoph Fiegl, erklärt auf Nachfrage: „Einem Mitarbeiter von mir war fad. Er hat das Ding gebastelt und als satirische Aktion aufgehängt. Von Freitagabend bis Samstagfrüh hab ich es hängen gelassen. Dann hab ich es wieder abgenommen.“ Und er fügt hinzu: „Es ist nicht so zu verstehen, dass Strache oder Hofer tatsächlich Lokalverbot haben, es war einfach ein Scherz – der vielleicht ein bisschen überzogen war.“
Direkte Reaktionen habe es keine gegeben. Erst nach dem Facebook-Post von Abwerzger sei es losgegangen. „Die Leute haben unser Lokal bewertet, obwohl sie noch nie bei uns waren, teilweise extrem negativ, teilweise extrem positiv.“
Dass die Aktion Auswirkungen auf seinen Betrieb haben werde, glaubt Fiegl nicht.