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Chronik | Österreich
03/11/2019

Flugzeugabsturz in Äthiopien: Was über die österreichischen Opfer bekannt ist

Ein Oberösterreicher, ein gebürtiger Niederösterreicher und ein gebürtiger Kärntner kamen ums Leben. In Villach tätiger deutscher Pfarrer ebenfalls unter Opfern.

Die drei österreichischen Todesopfer des Flugzeugabsturzes in Äthiopien von Sonntagfrüh waren Männer im Alter von 30 und 31 Jahren. Entgegen ersten Meldungen stammten nicht alle aus Oberösterreich, präzisierte das Außenministerium in Wien am Montag die ursprünglichen Angaben. Einer der drei Ärzte kam demnach gebürtig aus Niederösterreich, ein weiterer aus Kärnten.

Ein in Oberösterreich geborener Mediziner war 31 Jahre alt, berichtete Außenministeriumssprecher Peter Guschelbauer. Der 31-Jährige hatte im Ordensklinikum der Barmherzigen Schwestern in Linz gearbeitet, wie die Pressestelle des Hauses am Sonntagnachmittag der APA bestätigt hatte.

Bei einem weiteren Opfer handelte es sich laut Guschelbauer um einen in Niederösterreich geborenen 31-Jährigen, der in Steyr als Arzt gearbeitet hatte.  Der laut Außenministerium in Niederösterreich geborene 31-jährige Mediziner machte seit Herbst 2018 eine Facharztausbildung am Landeskrankenhaus Steyr. "Die Betroffenheit in der Abteilung und im Haus ist groß. Der Kollege war erst seit kurzem bei uns tätig, war aber aufgrund seiner menschlichen Qualitäten schnell in das Team integriert und wurde im Haus und an der Abteilung sehr geschätzt", so der ärztliche Direktor Michael Hubich in einer Presseaussendung. Jeder Kollege, der Unterstützung benötige, könne die Hilfe eines Kriseninterventionsteams in Anspruch nehmen, betonte er. Das Spital wurde am Vormittag schwarz beflaggt.

Ein weiterer ums Leben gekommener 30-Jähriger Österreicher war in Kärnten geboren und hatte offenbar in Wien gelebt.

Alle drei Mediziner wollten laut Ministerium von Addis Abeba mit einer Zwischenlandung in Nairobi nach Sansibar fliegen, "um dort medizinisch zu arbeiten". Die Angehörigen waren bereits am Sonntag verständigt worden, sie wurden psychologisch betreut.

Ein deutscher Pfarrer, der seit dem Jahr 2000 in der evangelischen Gemeinde in St. Ruprecht bei Villach tätig war, kam ebenfalls bei dem Absturz ums Leben. Der 51-Jährige war im Auftrag des Weltkirchenrates unterwegs zur UNO-Umweltkonferenz in Nairobi, teilte der Evangelische Pressedienst für Österreich (epdÖ) am Montag mit. Dort sollte er zur "Wirtschaft des Lebens" und wirtschaftlicher Gerechtigkeit sprechen. Der Geistliche hinterlässt eine Frau und drei Kinder. Der evangelisch-lutherische Bischof Bünker zeigte sich in der Aussendung "tief betroffen und erschüttert".

Reaktionen

Superintendent Sauer sagte in einem Nachruf: "Es ist unfassbar und doch schmerzliche Gewissheit, dass Norman Tendis gestern im Flugzeug gesessen ist, das auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi abgestürzt ist. Das ist nicht zu glauben, nicht zu fassen und doch schreckliche Wirklichkeit."

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat betroffen reagiert. "Der Tod der drei jungen Kollegen, die in Ausübung ihrer medizinischen Aufgaben unterwegs waren, erfüllt mich mit großem Schmerz und Betroffenheit", teilte ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres am Montag in einer Aussendung mit.

"Die Anteilnahme der gesamten Ärztekammer gilt den Angehörigen der Opfer, denen wir in diesen schweren Stunden unser aufrichtiges Beileid aussprechen und viel Kraft wünschen möchten", betonte Szekeres. Die Medizinische Universität (MedUni) Wien zeigte sich in einer Stellungnahme auf ihrer Internetseite "zutiefst erschüttert" vom Tod ihres 30-jährigen Kollegen. Er sei nach dem Abschluss seines Studiums an der MedUni Wien als Assistenzarzt an der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III, tätig gewesen und kurz vor dem Abschluss seiner Facharztausbildung gestanden.

Der Mediziner habe sich "trotz seiner Jugend auf dem Gebiet der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Zöliakie bereits auf nationaler als auch internationaler Ebene einen hervorragenden Ruf erarbeitet" gehabt. "Er hat als Mitglied der Europäischen Crohn und Colitis Organisation (ECCO) die Nachwuchsforschung vertreten und war in Klinik, Wissenschaft und Lehre sehr erfolgreich tätig", schrieb der Leiter der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Michael Trauner. Der Familie gelte tiefstes Mitgefühl und Anteilnahme.

Auch im Ordensklinikum der Barmherzigen Schwestern in Linz wurde am Montag getrauert. In dem Spital hat einer der bei dem Flugzeugabsturz am Sonntag in Äthiopien getöteten Ärzte gearbeitet.  Man stehe in Kontakt mit der Familie des Mediziners, "der unser aufrichtiges Beileid gilt", so der medizinische Geschäftsführer Stefan Meusburger in einer Aussendung. Der laut Außenministerium in Oberösterreich geborene Arzt war 31 Jahre alt. Seine Kollegen werden psychologisch betreut, so Meusburger. Näheres wollte man aus Rücksicht auf die Familie zu dem Fall nicht bekanntgeben.

Auch der oö. Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser zeigt sich bestürzt: "Ein derartiges Unglück ist für die Angehörigen schrecklich, vor allem wenn derart junge Menschen aus dem Leben gerissen werden." Die Ärztekammer werde "im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles dafür tun, die Angehörigen der oberösterreichischen Ärzte in dieser schweren Zeit bestmöglich zu unterstützen", versprach Niedermoser.

Die Maschine der Ethiopian Airlines war Sonntagfrüh kurz nach dem Start in Addis Abeba abgestürzt. Keiner der 157 Passagiere und Crewmitglieder hat überlebt.