An Reisewochenenden ist die Staugefahr auf der Tauernautobahn enorm

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Chronik | Österreich
07/10/2019

Auf diesen 93 Autobahnkilometern ist am Wochenende abfahren verboten

Statt Sperren je nach Verkehrslage kommen auf der Tauernautobahn nun fixe Abfahrverbote an Reisewochenenden

Staus sind am kommenden Wochenende auf Österreichs wichtigsten Reiserouten  vorprogrammiert. Das gilt insbesondere für die Nord-Süd-Verbindungen durch Tirol und Salzburg. Denn in Deutschland startet mit Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste Bundesland in die Ferien. Das ist auch in Teilen  der Niederlande der Fall.

Wenige Tage vor der großen Reisewelle verschärft die Salzburger Landesregierung nun noch einmal ihre geplanten Maßnahmen gegen den Ausweichverkehr von der Autobahn auf das niederrangige Straßennetz. Fast alle Abfahrten von der Tauernautobahn (A10) – 16 an der Zahl – werden fix für den Urlauberverkehr gesperrt.

Ursprünglich war von Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) angekündigt worden, Abfahrverbote nur bei Bedarf in Kraft zu setzen. Also wenn Stauflüchtlinge von Navis gelenkt über Ortsgebiete ausweichen wollen.

Das Maßnahmenpaket war gemeinsam mit einem „Pakt mit den Bayern“ kommuniziert worden. Der sieht vor, dass von deutscher Seite eine dritte Grenzkontrollspur am Walserberg gebaut wird  und die Checks bei starkem Verkehr lockerer werden, um große Staus zu verhindern. Umgekehrt verzichtet Salzburg darauf, den Urlauberverkehr direkt in bayerische Gemeinden zu leiten.

Der von Salzburg inszenierte Schulterschluss mit den Nachbarn unterschied sich wesentlich von den harschen Tönen zwischen Tirol und Bayern im Streit um den Transitverkehr. Nun legt die Salzburger Landesregierung bei den Abfahrverboten eine gleich harte Gangart wie Tirol an den Tag.

Das diese nun fix und unabhängig von der Verkehrslage an den Reisewochenenden vom 13. Juli bis zum 18. August gelten, begründet Landesrat Schnöll so: „Das ist praktikabler als wechselnde verkehrsbedingte Sperren. So zeigen Navigationsgeräte rechtzeitig an, dass es keine Alternativrouten durch Abfahren von der Autobahn gibt.“ Der im Juni ausverhandelte Pakt mit den Bayern gelte weiterhin. Wie dort auf die Verschärfung reagiert wird, gilt  abzuwarten.

Am kommenden Wochenende werden jedenfalls auf 93 Kilometern alle Ausfahrten von Puch-Urstein bis St. Michael im Lungau gesperrt. Nur der Zielverkehr bleibt davon unberührt. Salzburger und Gäste, die in der Umgebung ihre Unterkunft gebucht haben, können problemlos abfahren. Urlauber auf der Durchreise werden von der Polizei zurück auf die Autobahn geschickt.

Das wird natürlich auch in Tirol wieder an einer Reihe von Abfahrten entlang der Inntal- und Brennerautobahn sowie der Fernpassstraße so gehandhabt. Im Großraum Kufstein sind zudem Dosierampeln aktiviert, die Ausweichverkehr vor Ortseinfahrten stoppen können.