Chronik | Österreich
10.03.2018

Felipe glaubt an schwarz-grüne Kompromisse: "Es gibt nicht nur Seilbahner bei der ÖVP"

Im Tiroler Landhaus wird an Harmonie gearbeitet. In Innsbruck bringen sich derweil die Stadtpolitiker für Gemeinderatswahlen in Stellung.

Die Stimmung ist gelöst und freundlich. Die meisten Verhandler von ÖVP und Grünen, die sich am Freitagmorgen in einem Sitzungssaal des Tiroler Landhauses treffen, haben bereits in den vergangenen fünf Jahren in der Regierung oder im Landtag miteinander gearbeitet.

Nur einer scheint wenig Freude damit zu haben, dass nun die Koalitionsgespräche für eine Verlängerung von Schwarz-Grün starten. VP-Wirtschaftsbund-Chef Franz Hörl ist grummelig. Mit verschränkten Armen sitzt er am Verhandlungstisch. Aus den Reihen der Volkspartei war der Sprecher der Seilbahnwirtschaft in der Vergangenheit der lauteste Kritiker des grünen Partners. Nun soll er die Neuauflage der Koalition mitverhandeln.

"Nicht nur Seilbahner"

Auf dem Weg dorthin sind Kompromisse bei Straßen-, Kraftwerks- und Skigebietsprojekten zu finden. "Es gibt nicht nur Seilbahner bei der ÖVP", sagte die grüne Umweltlandesrätin Ingrid Felipe im Vorfeld der Gespräche auf diese Hürden angesprochen. VP-Landeshauptmann Günther Platter lobte nach der ersten Runde der zwei sechsköpfigen Steuerungsgruppen die gute Atmosphäre, gab sich inhaltlich jedoch zurückhaltend. Der Standort müsse bewertet und dazu müssten viele Themen abgearbeitet werden. "Wir haben ein Ziel, nämlich Tirol voranzubringen". Noch vor Ostern soll die Landesregierung stehen. "Es gilt aber Qualität vor Geschwindigkeit", erklärte der VP-Chef.

Keine 200 Meter entfernt trat derweil die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer vor die Presse. Und versuchte dort eines der für sie unangenehmsten Themen in Hinblick auf die Gemeinderatswahl am 22. April zu entschärfen: Kostenüberschreitungen bei städtischen Großbauprojekten.

"Es wird sehr gut gewirtschaftet und verantwortungsvoll mit Steuergeld umgegangen", sagte sie. Dass das von Stadt, Land und Bund co-finanzierte "Haus der Musik" nun statt der ursprünglich veranschlagten 58 Millionen 62,7 Millionen Euro kosten wird, schreibt sie der überhitzten Baukonjunktur zu.

Kritik an den Stadtfinanzen gehört zum Steckenpferd mehrerer Konkurrenten der Bürgermeisterin. Die hinterlasse ein "finanzielles Millionengrab", wetterte FPÖ-Spitzenkandidat Rudi Federspiel etwa am Freitagvormittag und eröffnete dabei seinen Wahlkampf.