Derzeit sind die Reiterinnen und ihre Pferde zum Training und Spazierengehen degradiert. Der Innenminister will bewusst keine Auftritte in der Öffentlichkeit

© APA/HANS KLAUS TECHT

Chronik Österreich
09/13/2019

Expertenrunde entscheidet über die Polizeipferde

Gremium im Innenministerium entscheidet über die Zukunft. Heer zeigt Interesse an einer Kooperation.

von Patrick Wammerl, Dominik Schreiber

Eigentlich sollten die stattlichen Rösser schon seit August in Wiener Neustadt auf Streife reiten – und später auch in Wien. Doch der Innenminister der Übergangsregierung, Wolfgang Peschorn, will die berittene Polizei bewusst nicht in die Auslage stellen.

Im Zuge einer Evaluierung wurde im September im Innenressort ein vierköpfiges Expertengremium damit beauftragt, die Zukunft der berittenen Polizei genau zu bewerten.

In den kommenden Wochen soll das Team einen Bericht dem Minister vorlegen, der danach zeitnah entscheiden dürfte, wie es mit dem Prestigeprojekt seines Vorgängers Herbert Kickl (FPÖ) weitergeht. Die Verträge für das Reiterzentrum in Wiener Neustadt und auch die EU-Förderung laufen noch bis zum Jahreswechsel.

Um keinen unnötigen Staub in der Öffentlichkeit aufzuwirbeln, sind die Reiter angehalten, das Trainingszentrum und die Theresianischen Militärakademie auf keinen Fall hoch zu Ross zu verlassen. Dabei ist die Ausbildung der elf Reiterinnen und Reiter bereits abgeschlossen, ihre Dienstprüfung haben sie vor einer Jury des Pferdesportverbandes positiv abgelegt. Mehr als für einen Probegalopp reicht es derzeit aber trotzdem nicht.

Cobra hat übernommen

Während Kräfte im Innenministerium und vor allem die Gewerkschaft das Ende von Kickls Steckenpferd wollen, gibt es auch andere Meinungen. Nach den anfänglichen Turbulenzen wurde die Reiterstaffel in der Direktion für Spezialeinheiten (DSE) der Cobra unterstellt. Dort kann man einer Fortführung durchaus positives abgewinnen.

Bislang sei so viel Geld, Zeit, Energie und Know-how in die berittene Polizei geflossen, dass es falsch wäre, das Projekt bereits vor dem ersten offiziellen Austritt fallen zu lassen, heißt es. 21 von 28 EU-Ländern und elf von 16 deutsche Bundesländern leisten sich eine Reiterstaffel für repräsentative Zwecke oder für den Einsatz gegen Fußballrowdys und bei Demos. Auch als Präventionsstreifen in Städten gegen Dämmerungseinbrüche kommt die Kavallerie zum Einsatz. In Österreich haben einige Landespolizeidirektionen Bedarf angemeldet.

Gegner meinen hingegen, dass es in Österreich zu wenige Demos und brisante Fußballspiele gibt, als dass sich eine Reiterstaffel lohnen würde. Bisher sind die Tiere ohnehin nur für Streifen etwa auf der Donauinsel vorgesehen, für diese Gruppe in der Polizei ist das eine millionenschwere Geldverschwendung. Bisher ist unklar, welche Meinung sich am Ende durchsetzen wird.

Heer zeigt Interesse

Interesse an der Reiterstaffel hat neuerdings auch das Bundesheer bekundet. Im Umfeld der Theresianischen Militärakademie war zu hören, man wäre an einer Kooperation für eine Reiterausbildung an der neuen Sicherheitsakademie in der MilAk interessiert. Mit September starteten dort 49 uniformierte Schülerinnen und Schüler  mit der Bundeshandelsakademie für Führung und Sicherheit. Ein perfekt hergerichteter Stall im Akademiepark wäre dafür eine willkommene Sache.

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