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Chronik Österreich
11/27/2021

Expertenpapier: Antigentests als Wellenbrecher

Simulationsforscher haben errechnet, dass in Oberösterreich und Salzburg die Zahl der Infektionen rasch zurückgehen könnte, wenn man nicht nur auf PCR-Tests setzt.

von Martin Gebhart

Der Antigentest soll rehabilitiert werden. Das haben sich einige Mitglieder jener Expertenrunde vorgenommen, die unter dem Vorsitz von Antonella Mei-Pochtler ein Maßnahmenpapier vorbereitet, das Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Montag erhalten soll. Die These: Um die vierte Corona-Welle zu brechen, dürfe nicht nur auf PCR-Tests gesetzt werden. Es müsse auch niederschwelliger und damit intensiver getestet werden.

Dieser Ansatz kommt überraschend, weil zuletzt die Antigentests – gleichgültig ob in einer Teststraße, einer Apotheke oder im Wohnzimmer – immer mehr ins Abseits gedrängt worden waren. „Die Antigentests sind leider ein bisschen in Verruf gekommen“, sagt Martin Tiani, Software-Entwickler im Gesundheitsbereich und Mitglied des Beratergremiums. Er sieht aber gerade in diesen den Weg aus der Krise. Basierend auf einer Studie der Simulationsforscher Nikolas „Niki“ Popper, Claire Rippinger und Martin Becher.

Die haben sich die Entwicklung in den beiden Bundesländern angesehen. Mit der Vorgabe, dass die effektive Reproduktionszahl (R) unter die kritische Marke <1 fallen muss. Das ist jene Zahl, die ausdrückt, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, wenn im Land bereits Maßnahmen unternommen worden sind bzw. Teile der Bevölkerung bereits immun sind.

Rasche Erfolge

Laut der Studie könnte die Zahl innerhalb weniger Tage auf <1 gesenkt werden, wenn die Testfrequenz mithilfe von Antigentests in Salzburg täglich um rund 50.000, in Oberösterreich um rund 120.000 erhöht werden könnten. Natürlich wären PCR-Tests sensitiver, genauer. Aber: „Nationale und internationale Studien belegen, dass für die rasche Eindämmung des Infektionsgeschehens nicht die Sensitivität der Testmethode, sondern vor allem die Frequenz und das schnelle Vorliegen des Testergebnisses relevant sind.“

Dieser Satz stammt ebenfalls aus dem Papier von Martin Tiani, das er für die Expertenkommission Future Operation erarbeitet hat. Wobei er auch den Wohnzimmertest in diese Überlegungen einbezogen hat. Entscheidend sei nur, dass er auch korrekt durchgeführt wird. Der Vorschlag dazu: „Um Fälschungen vorzubeugen und die konkrete Durchführung der Testabnahme zu kontrollieren, wird allerdings eine telemedizinische Überwachung empfohlen, die auch von Ärzten oder befugten Stellen beglaubigt und zertifiziert wird.“

Professor Alexander Gaiger von der Med-Uni Wien bringt ein weiteres Argument ins Spiel: „Das lange Anstellen bei den Teststraßen oder engen Apothekenräumen stellt ein enormes Gesundheitsrisiko für alle Beteiligten dar.“ Das wohl schlagendste Argument ist die Tatsache, dass das flächendeckende PCR-Testen derzeit nur in Wien funktioniert. In den Bundesländern muss man teilweise mehrere Tage auf ein Ergebnis warten. Tiani: „Das führt das Testen ad absurdum. In der Wartezeit kannst du schon infektiös herumlaufen und andere anstecken.“

Worauf Tiani pocht: Eine Antigen-Strategie soll nicht die PCR-Testungen ersetzen. Ideal wäre ein Hybrid-System, das auf beides setzt. Oder wie es Alexander Gaiger formuliert: „Es ist wie ein Buddy System: Dort wo der eine nicht kann, springt der andere ein.“ – Falls die Antigentests vom Gesundheitsministerium auch offiziell wieder aufs Corona-Spielfeld geholt werden.

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