Staus und schönes Wetter zum ersten "echten" Reisewochenende

Politische Nachwehen des Stau-Chaos vom Wochenende
Schönes Wetter, erleichterte Reiseregeln und Tagesausflügler werden zu Staus führen. Wo besonders scharf kontrolliert wird.

Rechnen Sie mit längeren Wartezeiten: Auf diesen Satz können sich all jene, die über das verlängerte Fronleichnams-Wochenende verreisen, bereits jetzt einstellen. Denn die Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC rechnen nach einem relativ ruhigen Reisewochenende zu Pfingsten und Christi Himmelfahrt in den kommenden Tagen mit deutlichen Verzögerungen.

„Man kann ganz klar sagen, dass uns das erste wirkliche Reisewochenende des Jahres bevorsteht“, sagt Thomas Haider, Verkehrsexperte beim ARBÖ. Schuld seien drei Dinge: Die erleichterten Einreisebestimmungen mit dem Wegfall der Quarantäne, Tagesausflügler und das Wetter. „Das schöne Wetter wird nicht nur Urlauber auf die Straßen bringen, sondern eben auch Menschen, die einen Tagesausflug in ein Naherholungsgebiet machen“, erklärt Gilles Dittrich, Verkehrsexperte beim ÖAMTC.

Wetter lockt Tagesausflügler 

Pünktlich mit dem Beginn des Sommers steigen auch die Temperaturen. Der Wetterdienst Ubimet erwartet für das verlängerte Wochenende über weite Strecken sonniges und frühsommerliches warmes Wetter. „Gerade der Feiertag dürfte sehr sonnig werden. Am Freitag ändert sich im Osten wenig und wir erwarten Temperaturen bis zu 28 Grad. Im Westen steigt speziell zum Nachmittag hin aber die Gewitterneigung“, erklärt Meteorologe Nikolas Zimmermann.

Wetter

Am Samstag rückt die feucht-warme Luft dann nach Osten auf. Gerade wer eine Bergtour plant, sollte vorsichtig sein, denn im Bergland von Unterkärnten bis in die Obersteiermakr kann es lokal zu sehr starken Gewittern kommen. Der Sonntag ist dann der unbeständigste Tag des Wochenendes. Warm bleibt es trotzdem mit Temperaturen bis zu 26 Grad.

Staus schon heute auf den Stadtausfahrten

Doch zurück vom Himmel auf die Straßen. Gerade an den Stadtausfahrten werden bereits am Mittwochabend Staus erwartet. „Ob Altmannsdorfer Ast, Triesterstraße oder aber auch Rund um Graz, Salzburg und Linz“, sagt Haider.

Zweiter Hotspots: die Grenzen. Ob am Brenner, in Nickelsdorf, am Walserberg, am Karawankentunnel, überall wird Geduld gefragt sein. „Zusammengefasst, wird es an allen größeren Grenzübergängen zu Wartezeiten kommen“, fasst Dittrich vom ÖAMTC zusammen. Reisenden wird empfohlen, alle wichtigen Dokumente für die Ausreise bereits parat zu haben, um einen weiteren Zeitverlust zu verhindern. „Wir können ganz generell für das Urlaubs- und Reisejahr 2021 schon jetzt den Tipp ausgeben: Beginnen Sie rechtzeitig mit der Reiseplanung, informieren Sie sich, welche Regeln für ihr Urlaubsland gelten, welche Lockerungen, oder Verschärfungen es gibt“, sagt Dittrich.

Strenge Kontrollen an der Grenze zu Kroatien

Besonders Kroatien-Urlauber sollten diesen Tipp beherzigen. Denn wie mehrere Urlauber berichten, kontrollieren die dortigen Behörden extrem streng. Das bestätigt auch Haider vom Arbö: „Man muss das Registrierungsformluar, das für Kroatien erforderlich ist, mit sich führen. Am besten ausgedruckt. Sonst muss ein Einreiseformular ausgefüllt werden. Das gibt es an der Grenze oft nur in Englisch oder Kroatisch und das verursacht nochmals längere Wartezeiten.“ 

Als generellen Tipp für den Sommer sollte man laut Arbö den Samstag als Reisetag vermeiden. Und nie zögern, bei den Autofahrerclubs direkt Infos einzuholen. „Wir haben seit Ende letzter Woche eine Steigerung von Anfragen von gut 60 bis 70 Prozent zum Thema Reisen“, sagt Haider.

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