© Reibenwein Michaela

Adventsamstag
12/19/2020

Einkaufssamstag: Drängeln vor dem Lockdown

Lange Wartezeiten an den Grenzen und starker Andrang in den Einkaufsstraßen.

von Michael Pekovics

Drei Werktage noch bis zum Heiligen Abend und den daran anschließenden dritten Lockdown. Drei Werktage, an denen noch Erledigungen gemacht oder Geschenke gekauft werden können. Die Zeit wird also knapp, wie auch am gestrigen Samstag zu bemerken war.

Denn nicht nur in den Einkaufsstraßen bildeten sich lange Schlangen vor den Geschäften, auch an den Grenzübergängen mussten Autofahrer teilweise stundenlange Wartezeiten einplanen. Die meisten der Reisenden waren in Richtung Süden beziehungsweise Osten unterwegs. Besonders gefordert waren die Nerven der Autofahrer auf der A4 bei Nickelsdorf, wo der Stau im Lauf des Tages auf österreichischer Seite auf bis zu 25 Kilometer anwuchs. Mehrere Stunden Wartezeit waren die Folge.

Stress auf der Straße ...

Hauptgrund dafür waren einerseits die derzeit strengen Grenzkontrollen in Verbindung mit dem Reiseverkehr aufgrund der kommenden Weihnachtsfeiertage. Neben Nickelsdorf kam es auch an den Grenzstellen Walserberg (A1), Spielfeld (A9) und beim Karawankentunnel (A11) zu längeren Verzögerungen, vor allem bei der Ausreise

Ähnlich die Situation in Deutschland, wo sich an den Grenzübergängen zu Österreich lange Autokolonnen bildeten. Auch am Wiener Flughafen war am Samstag jede Menge los, weil offenbar viele Menschen ins Ausland fliegen wollten.

Seit Samstag gilt für nach Österreich Einreisende eine neue Verordnung, die für fast alle Personen eine verpflichtende zehntägige Quarantäne vorschreibt. Einzelne Gruppen wie Pendler oder Österreicher, die über das Große Deutsche Eck fahren, sind davon ausgenommen. Die Polizei empfiehlt jedenfalls, alle notwendigen Dokumente ausgedruckt und griffbereit mitzuführen, um so die angekündigten „engmaschigen Kontrollen“ zu beschleunigen.

Grundsätzlich werden die Grenzkontrollen von der Polizei durchgeführt, unterstützt wird die Exekutive vom Bundesheer und Kräften der Sondereinheit Puma. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner hat die Anzahl der Soldaten im Grenzeinsatz am Samstag von 350 auf 500 erhöht. Kontrolliert wird an den Grenzen zu Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Italien.

... und beim Einkaufen

Der Reiseverkehr dürfte über die Feiertage zum Erliegen kommen, für den Handel dauert die Pause bis zum 18. Jänner. Am Samstag war das Gewusel auf der Wiener Kärntner Straße, in der SCS oder im Grazer Murpark jedenfalls mit jenem an einem „normalen“ Einkaufssamstag im Advent vergleichbar und somit deutlich dichter als etwa am 8. Dezember, unmittelbar nach Aufsperren der Geschäfte. Vor kleineren Läden, die nur eine begrenzte Anzahl von Kunden einlassen dürfen, bildeten sich längere Schlangen.

Der Renner waren Bücher, Elektroartikel, Spielwaren, Dekoration und Gutscheine. Am größten war der Andrang bei Maroniständen oder Bäckereien mit Straßenverkauf. Auffallend war, dass viele Menschen ihren Mund-Nasenschutz auch im Freien trugen, obwohl das noch nicht vorgeschrieben ist.

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