© Elisabeth Holzer

Chronik Österreich
07/23/2020

Ein Sommer ohne Hitzewelle? "Genießen Sie es"

Auch wenn manche es nicht glauben, der regnerische Juli liegt genau im Durchschnitt. Und das Wetter bleibt wechselhaft.

von Daniel Voglhuber

Wer sich ärgert, dass ständiger Regen und die moderate Wärme dem Badbesuch einen Strich durch die Rechnung machen, hier ein Tipp: „Wir sollten das genießen. Sommer mit angenehmen Temperaturen werden in den kommenden Jahren die Ausnahme sein“, sagt Meteorologe Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst Ubimet.

Und seine Kollegen von der ZAMG stoßen ins selbe Horn: „Der heurige Sommer zeigt ganz eindrücklich, wie weit der Klimawandel schon fortgeschritten ist. Was vor einigen Jahren noch normal war, wird aktuell schon als zu kalt empfunden.“ Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. Eigentlich ist dieser Sommer nämlich ziemlich durchschnittlich, er liegt im 30-jährigen Mittel von 1981 bis 2010. „Da lag die durchschnittliche Temperatur bei 15 Grad. Im Sommer 2019, der einer der wärmsten der Messgeschichte war, lag sie bei 18,2 Grad“, erklärt Zimmermann.

Wer sich in der nähren Zukunft nach Hitze und lang anhaltender Trockenheit sehnt, wird jetzt ziemlich enttäuscht sein: „In den kommenden sieben bis zehn Tagen setzt sich das unbeständige Wetter fort. Es gibt meist 25 bis 28 Grad – und dazwischen aber immer wieder Regen.“ Nur am Sonntag werden im Osten Österreichs 31 Grad erwartet. Bis Monatsende sind also keine wirklichen Hundstage in Sicht. „Zwei Drittel des Sommers sind durch – ohne Hitzewelle“, sagt Zimmermann. Die Wahrscheinlichkeit dafür geht sukzessive zurück. Was aber nicht bedeuten muss, dass auch keine mehr kommt. „Der August 2003, zum Beispiel war es sehr heiß.“

Regen und Hagel

Nur überdurchschnittlich viel Niederschlag habe es bisher gegeben – besonders in Ober- und Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. Was angesichts der Dürre der vergangenen Jahre für die Natur ganz und gar nicht schlecht ist. Wie berichtet, hat etwa der Neusiedler See zuletzt stark an Wasser eingebüßt – wegen des Regens sind die Pegelstände zumindest nicht mehr sehr besorgniserregend.

Und weil viel Feuchtigkeit in der Luft ist, kommt es immer wieder zu Unwettern. Starkregen und bis zu golfballgroße Hagelkörner haben am Dienstag in Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark große Schäden angerichtet. Rund 14.000 Hektar waren laut Österreichischer Hagelversicherung betroffen.

Der Gesamtschaden in der Landwirtschaft wird mit vier Millionen Euro beziffert.

 

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