Der Mai ist zu nass und zu kalt

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Chronik Österreich
05/23/2019

Ein Rekord-Mai - aber bei Regen und Kälte

Erste Monatsbilanz: Es ist zu nass und um bis zu 2,5 Grad zu kühl. Das nächste Tief ist auch schon unterwegs.

von Elisabeth Holzer

Drei Feststellungen lassen sich über den Mai 2019 bereits jetzt treffen:

Er ist zu kalt. Er ist zu nass. Er hat zu wenige Sommertage. „Den Mai kann man ohne Badewetter abhaken“, kommentiert Konstantin Brandes vom Wetterdienst Ubimet trocken.

Immerhin, Hoch „Ophelia“ beschert Österreich zumindest am Wochenende ein bisschen Wärme. 17 bis 25 Grad sollen es je nach Region werden, verspricht Brandes. Aber schon Sonntagabend rauscht ein nächstes Tief heran, ein noch namenloses: Es bringt Regen - viel Regen, und zwar im ganzen Land.

Es regnet heftig

Für Montag und Dienstag erwarten die Wetterbeobachter ausgerechnet in jenen Regionen erneut große Mengen, die ohnehin schon viel abbekommen haben. Von Vorarlberg über Tirol bis Oberösterreich, Niederösterreich und Wien wird es nicht nur kräftig regnen, sondern schütten.

Knapp vor Regenrekord

Brandes nimmt Bregenz als Beispiel: Dort fielen im Mai bereits 300 Liter Regen pro Quadratmeter, üblich wären 100 Liter. Gut möglich, dass der bisherige Bregenzer Rekord geknackt wird, er betrug 350 Liter. „Da fehlt nur noch ein wenig“, betont Brandes. „Aber eines ist sicher, wir haben den nassesten Mai aller Zeiten.“

Zum durch Christi Himmelfahrt verlängerten Wochenende hin lässt der Regen nach, aber sommerlich wird diese Mai-Bilanz nicht mehr. Es gab erst einen Tag, der knapp als Sommertag durchging: In Schärding wurden 25,2 Grad erreicht. Üblich sind je nach Region sechs oder sieben Sommertage. Die 30-Grad-Marke wurde heuer noch nie übersprungen, 2018 war es schon am 20. April soweit, in Enns gab es 32,1 Grad.

Das erklärt, weshalb der Mai 2019 trotz der noch verbleibenden Tage einer der drei kältesten der Messgeschichte wird. Bis jetzt liegen die Temperaturen um 3,5 Grad unter dem üblichen Monatsmittel, bis Freitag dürfte sich das auf 2,5 Grad einpendeln. Zuletzt gab solche Ausreißer 2004 und 1991, wobei der Mai 1991 als kältester gilt: Die Temperaturen waren im Monatsdurchschnitt um 4,4 Grad zu niedrig.

Ein Tief um 199 Euro

Der Mai 2019 wird sich also nicht mehr aufwärmen, denn das nächste Adriatief ist nahe. Benannt wird es übrigens wohl erst gegen Wochenende von den Experten der Freien Uni Berlin. Dort werden Wetterpatenschaften verkauft: Ein Hoch kostet 299 Euro, ein Tief 199 Euro.