Was gilt nun wo?

© Kurier/Franz Gruber

Chronik Österreich
03/27/2021

Drei Zonen mit verschiedenen Regeln: Was über Ostern erlaubt ist

Ab Gründonnerstag ist der Osten Österreichs im harten Lockdown. Darf ein Wiener dennoch die Eltern in Kärnten besuchen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

von Elisabeth Holzer

Zwischen Deutsch Jahrndorf ganz im Osten Österreichs (Burgenland) und Feldkirch im Westen (Vorarlberg) liegen nur rund 700 Kilometer -  aber drei Zonen, in denen über die Osterfeiertage unterschiedliche Corona-Regeln gelten dürften.

Da drängen sich Alltagsfragen auf: Darf ein Tiroler in Vorarlberg ins Restaurant, eine Wienerin in der Steiermark zum Friseur oder ein Burgenländer zur Osterjause nach Kärnten?

Antworten auf alltägliche Fragen, in allen Zonen:

Wien, Niederösterreich und das Burgenland

Alltagsfrage 1: Markus, gebürtiger Klagenfurter, seit dem Studium Hauptwohnsitz in Wien. Darf er am Karsamstag zu den Eltern an den Wörthersee fahren, um mit ihnen die Osterjause zu genießen?

Noch liegt die Verordnung nicht vor, die diese Frage beantwortet. Da jedoch österreichweit seit März 2020 bereits drei harte Lockdowns galten, dürften deren Regeln wohl übernommen werden. In Markus’ Fall hieße das: Ja, er dürfte in die alte Heimat fahren, Eltern gelten als engste Bezugspersonen.

Alltagsfrage 2: Darf Markus auch seine Freundin Bianca mit ins Haus der Eltern nach Klagenfurt bringen?

Vermutlich nicht, denn Markus’ Eltern gelten kaum als wichtige Kontaktpersonen der Freundin des Sohnes. Analog zu den bisherigen Lockdowns dürfte zudem gelten: Ein Haushalt (egal wie viele Mitglieder dieser hat) darf nur von einer Person eines anderen Haushalts besucht werden.

Alltagsfrage 3: Nun besitzt Bianca, die ebenfalls in Wien ihren Hauptwohnsitz hat, einen gemeldeten Nebenwohnsitz in Salzburg. Darf sie über Ostern dort hinfahren?

Ja, das ist voraussichtlich erlaubt (wenn ab 1. April die Vorschriften der früheren Covid-Schutzmaßnahmen-Verordnungen übernommen werden). Auch Markus dürfte als Biancas Bezugsperson (Lebensgefährte) mit.

Alltagsfrage 4: Markus und Bianca beschließen, einfach in Wien zu bleiben. Dürfen sie Besuche empfangen?

Das kommt darauf an. Biancas alleinstehende Mutter dürfte Tochter und Schwiegersohn in spe besuchen (das ist die „Ein Haushalt plus eine Person-Regel“). Biancas Bruder, der in Oberösterreich wohnt, dürfte seine Schwester in Wien ebenfalls besuchen, aber nur ohne seine Frau und die beiden Kinder.

Alltagsfrage 5: Im Osten haben ab Donnerstag fast alle Geschäfte zu, ebenso die Dienstleister. Darf Bianca nach Hartberg in der Steiermark fahren, um Ostergeschenke zu kaufen und zum Friseur zu gehen?

Rechtlich zählt das nicht zu den Gründen, die während des harten Lockdowns das Verlassen der Wohnung gestatten (etwa zur Arbeit fahren oder einen Spaziergang zur Erholung unternehmen). Praktisch wären aber die Gründe für Biancas Fahrt in die Steiermark nicht kontrollierbar.

Alltagsfrage 6: Darf das Paar am Ostermontag auf der Rax spazieren gehen oder irgendwo Skifahren?

Ja, das ist durchaus möglich. Tagesausflüge waren auch im Vorjahr während der Lockdowns erlaubt, zuletzt auch die Auto-, Bus- oder Zugfahrt zu weiter entfernten Zielen gestattet. Aber Achtung: In jenen Bezirken, in denen beliebte Ausflugsziele der Wiener wie die Hohe Wand, der Schneeberg oder der Semmering liegen, gelten Ausfahrtstests. Wenn Bianca und Markus nachmittags wieder heim nach Wien fahren, müssen sie negative Corona-Tests parat haben, Kontrollen durch die Polizei sind möglich.

Alltagsfrage 7: Haben die Kirchen im Osten trotz der „Osterruhe“ geöffnet?

Ja, es sind im Gegensatz zu den österreichweiten Lockdowns bisher auch öffentliche Gottesdienste, Speisensegnungen und Osternachtfeiern mit Publikum erlaubt, zu Ostern 2020 gab es das nicht. Allerdings sind die Pfarren angehalten, die Liturgien so kurz wie möglich und bestenfalls im Freien abzuhalten. Es gelten zudem FFP2-Maskenpflicht und zwei Meter Mindestabstand zu haushaltsfremden Personen.

Alltagsfrage 8: Hat die achtjährige Laura nach den Ferien wieder Unterricht im Klassenzimmer?

Nein, für alle Schüler der Ostregion heißt es zumindest vier Tage lang, wieder zu Hause zu lernen, es gilt Home Schooling.

Handel
Von 1. April (Gründonnerstag) bis
6. April muss in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland der Handel wieder zusperren, ausgenommen  Geschäfte,
die Waren des täglichen Gebrauchs anbieten (z. B. Supermärkte) oder Apotheken. Danach müssen Kunden
bis voraussichtlich 11. April negative Corona-Tests beim Zutritt vorlegen

Schulen
Die Ferien werden im Osten zwar nicht verlängert, der Unterricht aber wieder nach Hause verlegt. Vorerst gilt ab 6.  April wieder Distance Learning für alle  Schüler. In den anderen Bundesländern bleibt es bei dem Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Home Schooling

Gastronomie
Bis auf Vorarlberg bleiben die Lokale in allen Bundesländern  geschlossen. Speisen zu bestellen und abzuholen  dürfte auch im regionalen Ost-Lockdown  wie bisher möglich bleiben

Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol

Allstagsfrage 9: Katrin lebt mit ihrem Mann Peter und der erwachsenen Tochter im obersteirischen Leoben. Darf ihr Bruder mit seinen drei Kindern am Ostersonntag bei Katrin und ihrer Familie frühstücken?

Ja. In den Bundesländern Steiermark, Kärnten, Salzburg, Oberösterreich und Tirol gelten die bisher bekannten Regelungen weiterhin. Es dürfen einander tagsüber demnach zwei Haushalte treffen, wenn nicht mehr als vier Erwachsene und sechs minderjährige Kinder dabei sind. In diesen Bundesländern gelten die strikteren Ausgangsregelungen tagsüber nicht, erst von 20 bis 6 Uhr früh greifen die Ausgangsbeschränkungen. Dann sind nur Besuche engster Bezugspersonen gestattet, etwa des Lebensgefährten, der nicht an derselben Adresse gemeldet ist.

Alltagsfrage 10: Darf die steirische Familie Freunde in Niederösterreich besuchen?

Theoretisch gibt es für Steirer tagsüber keine Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit. Aber: In Niederösterreich gelten die schärferen Lockdown-Regeln. Soll heißen, eine Familie darf nach derzeitigem Stand keine andere besuchen.

Alltagsfrage 11: Darf Katrins 19-jährige Tochter von Leoben zu ihrem Freund nach Wiener Neustadt fahren?

Ja, denn er gilt als enge Bezugsperson für die junge Frau. Wenn sie nach dem Besuch aber wieder heim nach Leoben fährt, braucht sie einen negativen Corona-Test. Das ist zum Verlassen der Statutarstadt derzeit nötig.

Alltagsfrage 12: Dürfen sich die beiden Abendessen beim Lieblingslokal bestellen und dieses selbst abholen?

Das war in den Lockdowns im November und Jänner erlaubt. Diese Regelung dürfte auch im Ost(er)-Erlass auftauchen.

Vorarlberg

Alltagsfrage 13: Darf ein Tiroler nach Vorarlberg fahren, um ins Restaurant zu gehen?

Ja, seit 15. März gibt es in Vorarlberg wieder etwas mehr an Möglichkeiten. Die Gastronomie ist offen, die Sperrstunde liegt jedoch bei 19 Uhr. Die Gäste müssen ihre Namen bekannt geben und dürfen nur mit einem aktuellen, negativen Corona-Test ins Lokal. Am Tisch dürfen maximal vier Erwachsene aus zwei Haushalten Platz nehmen. Abseits des Sitzplatzes etwa beim Gang zum WC gilt die FFP2-Maskenpflicht.

Alltagsfrage 14: Darf man in Hohenems ins Kino gehen?

Ja, im Westen Österreichs sind sogenannte Indoor-Veranstaltungen wieder erlaubt, dazu zählt auch das Filmschauen in einem Kino. Allerdings gelten strenge Zugangsregeln: Bis zu 100 Besucher dürfen in mit Sesseln bestückte Veranstaltungssäle, jeder mit negativem Test, FFP2-Maske und Mindestabstand von 2 Metern zu anderen Gästen. Jeder Sitzplatz muss gekennzeichnet und dem Gast namentlich zuordenbar sein.

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