Chronik | Österreich
17.07.2018

ÖBB müssen noch auf ihre Super-Loks warten

Erst im August startet das Zulassungsverfahren in Italien. Dann sollen 10 Siemens-Loks auf einmal überstellt werden.

Die als „Meileinstein“ und „Super-Lok“ bezeichnete Vectron bleibt vorerst ein Phantom. Das 19 Meter lange und 85 Tonnen schwere Triebfahrzeug ist noch immer nicht in der ÖBB-Flotte zu finden. Dabei sollten am 28. Mai die ersten zwei Vectrons, die im März groß am Bahnhof Wien-Praterstern präsentiert wurden, in den Volleinsatz gehen und anschließend vier Stück pro Monat ausgeliefert werden. Die Lokomotive sollte verstärkt im Güterverkehr, vereinzelt aber auch im Personenbereich eingesetzt werden.

Grund für die Verzögerung ist die bisher noch immer fehlende Zulassung für Italien, die vertragsgemäß erteilt worden sein muss. Laut ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder wurde von der italienischen Behörde ANSF allerdings eine Zulassung für Anfang/Mitte August zugesagt. „Nach unseren Informationen wird der Termin auch halten“, erklärt Rieder. Und weiter: „Wir gehen davon aus, dass wir im August zehn Vectrons von Siemens übernehmen können.“

 

Als Übergangslösung hat Siemens eine eigene Lok als Ersatz bereitgestellt sowie eine weitere auf dem freien Markt angemietet. Im Juli müssten allerdings vier weitere Triebfahrzeuge überstellt werden. Ob es auch da Ersatz-Lokomotiven gibt, ist noch unklar.

Bis zu 200 Vectron-Loks von Siemens

30 Loks wurden bereits fix bestellt, am Ende sollen bis zu 200 dieser Ungetüme in Österreich im Einsatz sein. Das Triebfahrzeug der 1293er-Serie erreicht 160 km/h, kann theoretisch aber bis auf Tempo 230 aufgerüstet werden. Rund vier Millionen Euro kostet jede dieser Lokomotiven. Auffallend ist der extrem große ÖBB-Schriftzug auf der Seite und das fehlende Seitenfenster für den Lokführer.