Chronik | Österreich
03.05.2018

Technikproblem: Die ÖBB müssen ihre Super-Loks zurückschicken

Siemens schafft es nicht, die Lokomotive Italien-tauglich zu machen. ÖBB pochen auf Vertragserfüllung.

„Neue Generation: ÖBB-Lok ist Meilenstein“ und „Das kann die neue Super-Lok der ÖBB“ lauteten die Schlagzeilen.  Anfang März wurde der rote Blitz groß vorgestellt, die Granden von ÖBB und Siemens präsentierten das Wunderwerk der Technik.

Doch nun müssen die zwei bereits gelieferten Loks der Serie 1293 an Siemens zurücküberstellt werden. Grund sind technische Probleme. „Unsere Lokomotiven fahren durch ganz Europa und das können sie nicht“, sagt ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder auf KURIER-Anfrage. Das Problem ist, dass die Lok in der derzeitigen Form nicht für Italien zugelassen werden kann. „Mit Stichtag 28. Mai müssten diese Italien-tauglich sein. Siemens hat uns mitgeteilt, dass sie das nicht schaffen, sondern es noch mehrere Wochen dauern wird“, erklärt Rieder.

Wie es nun weitergeht ist noch unklar. Per 28. Mai müssen den ÖBB zwei Italien-taugliche Lokomotiven zur Verfügung stehen, heißt es dort. Rieder: „Wir gehen davon aus, dass Siemens uns vertragsgemäß entsprechende Ersatzloks zur Verfügung stellt.“

Doch das könnte für Siemens teuer werden. Etwa vier Vectrons pro Monat sollen ausgeliefert werden, die ÖBB brauchen diese dringend für den Güterverkehr. Mindestens 30, aber bis zu 200 dieser Loks sollen geliefert werden. Bei Siemens war vorerst niemand für eine Stellungnahmen verfügbar.

Die Vectron ist knapp 19 Meter lang und 85 Tonnen schwer. Rund vier Millionen Euro wurden an Siemens dafür pro Stück überwiesen. Die Lok ist überwiegend im Güterverkehr im Einsatz, kann aber auch für den Personenverkehr eingesetzt werden. Immerhin 160 km/h kann sie erreichen, mit entsprechenden Umbauarbeiten wären sogar bis zu 230 Stundenkilometer möglich.