© Archiv Flughafen

Chronik Österreich
10/08/2021

Die belastete Vergangenheit des Airports

Von den Heinkel Flugzeugwerken bis zum Todesmarsch nach Mauthausen.

von Martin Gebhart

Nach der Annexion Österreichs an das Deutsche Reich im Mai 1938 wurde auf dem Areal des heutigen Flughafens Wien-Schwechat der Fliegerhorst Schwechat-Heidfeld angesiedelt. Zwei Jahre später erfolgte dort der Bau einer SS-Kaserne auf dem Gelände. Im Jahr 1943 wurden die Heinkel-Flugzeugwerke von Rostock nach Schwechat verlegt.

Menschliche Schutzschilde

Da der Bedarf an Arbeitskräften groß war, wurden zwei Konzentrationslager als Außenstellen von Mauthausen auf dem Flughafen-Areal errichtet. Sie wurden unter dem Namen „Schwechat II“ bekannt.

In den Jahren 1943 bis 1945 waren im Bereich des Flughafens 2.656 KZ-Häftlinge, 3.170 ausländische Zwangsarbeiter, 900 Kriegsgefangene und 5.500 inländische Arbeiter eingesetzt gewesen. Der Arbeitstag dauerte 12,5 Stunden, freien Tag gab es keinen. Mahlzeiten gab es auch nur einmal pro Tag. Schlafplätze waren Mangelware, Kleidung durfte nur einmal pro Woche gewechselt werden. Die Behandlung und auch die Verpflegung der Arbeitskräfte divergierten – laut den Überlieferungen – sehr stark. Am schlimmsten traf es die Juden; ein KZ-Häftling hatte meist nur sehr geringe Überlebenschancen.

Als die Alliierten Wien bombardierten, wurden die Häftlinge als menschliche Schutzschilder verwendet. Als die Sowjetarmee im Jahr 1945 schließlich anrückte, wurden die KZ-Lager aufgelassen.

Jene Häftlinge, die bis dahin überlebt hatten, mussten zu Fuß den Todesmarsch nach Mauthausen antreten. Wer nicht mehr weiterkonnte, wurde erschossen.

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