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Vor allem für den Wintertourismus sind die neuen Reisewarnungen eine schlechte Nachricht.

© APA/BARBARA GINDL / BARBARA GINDL

Chronik Österreich
10/22/2020

Deutschland und Niederlande verhängen Reisewarnungen über Österreich

Heute wurde in Deutschland die neue Liste mit Risikogebieten veröffentlicht. Darauf zu finden: alle heimischen Bundesländer außer Kärnten.

Für Wien, Vorarlberg und Tirol hat Deutschland bereits vor Wochen eine Reisewarnung ausgesprochen. Mit Veröffentlichung der neuen Liste des Robert-Koch-Instituts mit den neuen Risikogebieten heute um 9:00 Uhr kamen weitere heimische Bundesländer dazu. Nämlich alle außer Kärnten, das vorerst noch weiter beobachtet werden soll.

In Kraft treten soll die Reisewarnung ab Samstag Mitternacht. Das Außenministerium soll vom deutschen Auswärtigen Amt am Mittwoch darüber informiert worden sein.

 

Auch Niederlande weiten Reisewarnung aus

Auch die Niederlande haben ihre Reisewarnung für Österreich ausgeweitet. Seit Mittwoch gilt auch für die Bundesländer Oberösterreich und Salzburg ein Reisehinweis der Stufe "Orange". Damit sind nur mehr die Bundesländer Kärnten, die Steiermark und das Burgenland für niederländische Touristen auf "Gelb". Als "Gelb" gelten außerdem weiterhin Osttirol und die Enklaven Hinterriß und Jungholz, sowie Kleinwalsertal/Mittelberg.

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Bei der Einreise bzw. Rückkehr aus den als "Orange" eingestuften Gebieten ist eine zehntägige Heimquarantäne verpflichtend. Auch ein negativer PCR-Test vor oder nach Ankunft in den Niederlanden hebt diese Bestimmung nicht auf. Für "gelbe" Gebiete ist eine Einreise ohne Einschränkung möglich. Nicht betroffen von der Quarantänepflicht sind auch Personen, die lediglich über die Flughäfen Wien, Salzburg, Linz und Innsbruck reisen, aber keinen Aufenthalt in Wien oder den genannten Bundesländern hatten. Auch Transitreisende sind von der Quarantänepflicht ausgenommen, allerdings gilt bereits ein Stopp zum Tanken als Aufenthalt in dem Risikogebiet.

"Nicht überraschend"

In Salzburg habe man schon mit der Ausweitung der deutschen Reisewarnungen gerechnet. "Die Entscheidung kommt leider nicht überraschend. Die Zahlen sind in Salzburg auf hohem Niveau und die Infektionen nehmen nach wie vor stark zu. Oberste Prämisse ist es jetzt, die Infektionszahlen wieder runterzubringen", zitiert die SN Franz Wieser, Sprecher des Landes Salzburg.

Kaiser dankt Landsleuten

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser hat sich via Facebook bei seinen Landsleuten bedankt und es als "gemeinsamen Verdienst" bezeichnet, dass Kärnten von der deutschen Reisewarnung ausgenommen ist. "Bleiben wir weiter dran", so Kaiser abschließend.

Deutsche verzichten auf Winterurlaub

Die neuen Reisewarnung sind gerade für den Tourismus eine Hiobsbotschaft, versucht man zurzeit einerseits neue Sicherheitskonzepte zu erstellen, andererseits aktiv die Infektionszahlen zu drücken um im Winter möglichst viele Urlauber begrüßen zu können.

Vielen Deutschen ist die Lust auf Skifahren mittlerweile vergangen. Ein Drittel der Befragten einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov gab an, wegen Corona keinen Wintersport-Urlaub zu planen. Fast die Hälfte (45 %) würden ihren geplanten Urlaub nicht antreten, wenn ihre Urlaubsregion zum Risikogebiet erklärt wird. 

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Der Kitzbüheler Bürgermeister bezeichnete Reisewarnungen im Allgemeinen als "bedrohlich". Vor allem die bestehende deutsche Reisewarnung für Tirol sei schwierig, meinte Winkler. "Wir sind natürlich stark vom deutschen Markt abhängig", so der Bürgermeister.

"Jede Reisewarnung, die dazukommt, tut uns wirtschaftlich weh", sagte Arbeitsministerin Christine Aschbacher jüngst. "Je höher die Infektionszahlen, desto größer ist der wirtschaftliche Schaden in einem Land", stellte auch Kanzler Sebastian Kurz erst vor wenigen Tagen fest, unter Hinweis auf die hohe Tourismus-Abhängigkeit Österreichs und den hohen Schaden durch Reisewarnungen.

Alarmsignal

Die Nationalbank erwartet infolge der Reisewarnungen gegenüber Österreich im Oktober einen erneuten Einbruch im Tourismus und einen Rückgang der Nächtigungen von fast 40 Prozent. "Das ist ein Alarmsignal für die bevorstehende Wintersaison und zeigt auch aus ökonomischer Sicht die Notwendigkeit, die zuletzt gestiegenen Infektionszahlen aktiv einzudämmen, da deren Abwärtsrisiken für die wirtschaftliche Entwicklung groß sind", so die Notenbank.

Sollten die Reisewarnungen Deutschlands, der Niederlande, der Schweiz und anderer Länder aufrecht bleiben, müsse in der kommenden Wintersaison wohl mit vergleichbar hohen Einbußen wie im Oktober im österreichischen Tourismus gerechnet werden.

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